Deutscher Gewerkschaftsbund

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Freiberuflichkeit auf Minijob-Basis

Hallo liebes Beratungsteam,

Ich studiere derzeit im BA im EU-Ausland und möchte mir bisschen was dazuverdienen.
Der Job, den ich mir dafür ins Auge gesetzt habe, wäre allerdings in Deutschland angemeldet. Dabei handelt es sich um eine freiberufliche Tätigkeit.

Ich habe selbst festes "Einkommen" durch eine vermietete Eigentumswohnung in Deutschland, mit der ich nicht einkommenssteuerpflichtig bin (also Einkommen unter 9.408€/anno).

Wenn ich nun einen freiberuflichen Job annehme, bei dem ich stets unterhalb der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze bleiben würde, wäre ich dann immer noch unter dem Freibetrag, da es sich um eine geringfügige Tätigkeit handeln würde oder wäre ich dann einkommenssteuerpflichtig?

Zusätzlich dazu beziehe ich Halbwaisenrente und bin deshalb freiwillig krankenversichert, würde sich hierbei etwas verändern, wenn ich dieser freiberuflichen Tätigkeit nachgehen würde?

Vielen Lieben Dank im Voraus für eine Antwort!

Liebe Grüße,
Daniel

Daniel: 28.10.2022 |
  • RE: Freiberuflichkeit auf Minijob-Basis

    Hallo Daniel,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Was solltest du bei einer freiberuflichen Tätigkeit beachten?

    Wenn du selbstständig tätig bist, bist du quasi dein eigener Chef und dementsprechend auch selbst für deine korrekte Anmeldung beim Finanzamt und der Sozialversicherung (SV) zuständig. Auch für das Abführen von Steuern und SV-Beiträgen bist du dann selbst verantwortlich (Stichwort Steuererklärung).

    Einkommenssteuer zahlst du erst für den Teil deines Einkommens, der den Freibetrag von aktuell 10.347€/Jahr überschreitet. Hierbei wird auch dein Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit betrachtet – dies ist nämlich einkommenssteuerpflichtig. Als Einkommen zählt bei Selbstständigen nur der Gewinn, du kannst also alle Ausgaben von den Einnahmen abziehen. Die Geringfügigkeitsrichtlinien auf die du dich beziehst, haben hierauf keinen Einfluss, sondern sind innerhalb der Sozialversicherung relevant: so fallen in der Regel keine Sozialversicherungsbeiträge an, wenn dein Gewinn nicht mehr als 520€/Monat beträgt oder du in geringem zeitlichem Umfang von bis zu 70 Tagen bzw. bis zu drei Kalendermonaten selbstständig tätig bist. Das gilt ganz analog zum Minijob und zur kurzfristigen Beschäftigung als abhängig Beschäftigte*r. Somit sollte sich auch an deiner freiwilligen Krankenversicherung nichts ändern. Beachte nur, dass du deine Tätigkeiten deiner Krankenkasse melden musst.

    Was solltest du außerdem beachten:

    Du benötigst eine Steuernummer, die zur Rechtsgültigkeit deiner Rechnungen notwendig ist. Hierfür meldet du dich beim Finanzamt mit dem Formular "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" an. Nach deiner Anmeldung beim Finanzamt erhältst du deine Steuernummer zugeteilt.

    Ausführlicheres zum Thema Selbstständigkeit findest du hier sowie in unserer Broschüre Selbstständigkeit und Studium.

    Beste Grüße
    Cecilia
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 02.12.2022


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