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Minijob und SHK

Hallo!

Ich habe zurzeit einen Minijob, bei dem ich unregelmäßig monatlich 200-450 verdiene. Nun würde ich gerne noch eine SHK Stelle an der Hochschule für 10-12 Stunden pro Woche (15 Euro/h) annehmen. Was würde dies für mich steuerrechtlich bedeuten, wenn ich beide Tätigkeiten ausübe? Was ist mit Sozialversichung und Rentenversicherung? Gibt es noch etwas, das ich beachten muss?

Danke im voraus,
A.

Attis: 04.08.2022 |
  • RE: Minijob und SHK

    Hallo Attis,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wenn du neben deinem Minijob (Gehalt bis 450€/Monat) noch eine reguläre Beschäftigung (Gehalt über 450€/Monat) als studentisch Beschäftigter an der Hochschule aufnimmst und insgesamt mit beiden Jobs nicht mehr als 20h/Woche arbeitest, wirst du im neuen Job als Werkstudent angemeldet. Dann fallen aufs Gehalt daraus 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du bleibst weiterhin studentisch kranken- und pflegeversichert. Die RV wird zudem nach den Regelungen zum Midijob anhand der Midijobformel für die Arbeitnehmer*innenseite, also für dich günstiger berechnet (das gilt innerhalb einer Einkommensspanne von 450,01 – 1.300€/Monat).
    Dein Minijob bleibt wie bisher auch sozialversicherungsfrei, es fallen also bis auf die 3,6% RV keine Sozialbagaben darauf an (bzw. 0%, falls du dich hast befreien lassen).

    Steuerlich werden Minijobs in der Regel pauschal mit 2% versteuert. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden. Der Job an der Uni wird ganz regulär auf Lohnsteuerbasis abgerechnet, bei der geringen Einkommenshöhe aber ohne Abzug.

    Nur wenn der Minijob nicht pauschal versteuert, sonder über deine Steuer-ID abgerechnet wird, fällst du mit Aufnahme des Jobs an der Uni mit einem der Jobs in die ungünstige Lohnsteuerklasse 6.
    Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs  über Steuer-ID hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 10.347€/Jahr (plus 1200€ Werbungskostenpauschale) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe (ca. 1200€/Monat) im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleibst.
    Du kannst aber im Folgejahr mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen.

    Um den doch recht hohen Steuereinzug über deine LSK 6 zu vermeiden, kannst du versuchen, beim zuständigen Finanzamt einen Übertrag eines Teils deines Freibetrags auf die LSK 6 zu beantragen. Schau mal hier unter Freibeträge flexibel handhaben. Geht das nicht und/oder möchtest du eine Steuererklärung vermeiden, kannst du beim Minijob auch anfragen, ob du auf Pauschalversteuerung wechseln kannst (das entscheidet dein*e Arbeitgeber*in dort).

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 04.08.2022


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