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2 Nebenjobs für 3 Monate; Steuern?

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin für 3 Monate umgezogen gezogen und arbeite dort an zwei Stellen. Die erste Stelle habe ich am 01.09.2021 angetreten, dort verdiene ich unter 200 Euro im Monat. Die zweite Stelle habe ich am 04.10.2021 angetreten und dort verdiene ich über 450 Euro pro Monat.

Ich weis, dass es dann leider mit dem zweiten Job auf Steuerklasse 6 läuft, dazu foldende Fragen:

Läuft es auch so, obwohl es nur 3 Monate sind? Bzw. kann man da einen Unterschied machen?

Ist es schlauer, den ersten Job zu kündigen und nur den zweiten weiter laufen zu lassen? Die Abzüge sind ja fast höher als das Einkommen im ersten Job. Dazu: Wenn ich nur einen Job über 450 Euro habe, wie viele Steuern zahle ich da? Dort läuft es ja auch nur für 3 Monate.

Ist es schlau, den Vertrag vom ersten Job neu anzulegen, denn dann wäre der höher bezahlte Job meine erste Stelle und müsste nicht mit Steuerklasse 6 versteuert werden.

Im Rest des Jahres habe ich ausser in den jetzigen 3 Monaten nie mehr als 450 Euro verdient.

Ich danke Ihnen im Voraus!

Liebe Grüße,

Maria

Maria: 11.10.2021 |
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  • RE: 2 Nebenjobs für 3 Monate; Steuern?

    Hallo Maria,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    grundsätzlich kannst du auch den Job, bei dem du mehr als 450 Euro verdienst auf Steuerklasse 1 laufen lassen. Das musst du nur entsprechend bei deiner_m Arbeitgeber_in angeben. Dann wird es in der Abrechnung entsprechend berücksichtigt. Gleiches gilt auch für den Minijob. Doch es gibt beim Minijob eine Besonderheit. Du hast bei deinem anderen Job 2 verschiedene Möglichkeiten der Besteuerung:

    a)  Wenn dein Minijob über Steuer-ID abgerechnet wird und du so den Minijob gemeinsam mit deinem anderen versteuerst, so gilt für beide gemeinsam der jährliche Steuergrundfreibetrag i.H.v. 9744€ (Stand 2021). Zu diesem hinzu kommt, dass du von deinem Einkommen noch Werbungskosten i.H.v. mindestens 1.000€ und ggf. Vorsorgeaufwendungen und Sonderausgaben abziehen kannst. Nur derjenige Teil deines Einkommens, der dann noch den Steuerfreibetrag überschreitet wird am Ende tatsächlich besteuert, zunächst auch nur mit dem Eingangssteuersatz von 14%.
    In der Regel wird nun aber im zweiten Job Lohnsteuer eingezogen, selbst dann die Jahresfreibetragsgrenze  voraussichtlich nicht überschritten wird. Das hängt mit den Steuerklassen zusammen. Zu viel gezahlte Beiträge kannst du dir am Jahresende per Steuererklärung zurückerstatten lassen oder bereits im Vorfeld auf Antrag einen Teil deines Freibetrags auf den anderen Job übertragen. Mehr dazu hier.

    b)  Wenn dein Minijob pauschal mit 2% versteuert wird, so zählt das Einkommen aus dem Minijob nicht mehr in dein zu versteuerndes Jahreseinkommen, du kannst dir wiederum aber auch evtl. insgesamt zu viel bezahlte Steuern nicht zurückerstatten lassen.

    Du kannst dir überlegen welche Art der Besteuerung bei deinem Minijob für dich vorteilhafter ist. Dann kannst du das deiner_m Arbeitgeber_in entsprechend mitteilen, wie du versteuert werden möchtest.

    Es ist wichtig, dass du allen Arbeitgebern deine jeweils andere(n) Tätigkeit(en) mitteilst. Dazu bist du verpflichtet, damit die Sozialversicherungsbeiträge und ggf. Steuern korrekt gezahlt werden können.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Miriam
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 13.10.2021


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