Deutscher Gewerkschaftsbund

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Fragen bezüglich meiner aktuellen Situation im Unternehmen

Guten Tag,

ich bin seit Anfang April in einem Unternehmen angestellt. Es gibt nun eine Situation. Es heißt, dass Werkstudenten während Vorlesungszeit maximal 20 Stunden arbeiten können, sonst dürfen sie in den Semesterferien bis 40 Stunden arbeiten.

 

Während Vorlesungen habe ich festgelegte Arbeitstage: Montag, Dienstag und Mittwoch (nir 4h). Aber jetzt, dass ich Semesterferien habe, habe ich mit meiner Chefin mündlich vereinbart, dass ich vom 16.08 bis 31.10 auf Vollzeit wechsle und habe seitdem unsere Einigung eingehalten.

 

Auf Grund eines chirurgischen Eingriffs war ich vom 09.10 bis 16.10 krankgeschrieben. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung habe ich meinen Arbeitgeber gleich am 09.10 vorgelegt und habe mich täglich vom 9.10 bis 16.10 als „Krank“ eingetragen. So dass ich trotzdem das Geld bekomme. Ich war nicht arbeiten, nicht weil ich es nicht wollte, aber weil ich nicht arbeiten konnte. Ich habe Zeit für die Genesung gebraucht.

Das Problem ist folgendes:

Heute bekam ich eine E-Mail der Lohnabrechnung-Abteilung. Die Kollegin hat mir folgendes gesagt:

"9.10.2020 ist ein Freitag somit nicht dein fester Tag und somit auch keine Auszahlung wg. Krankheit

14.10.2020 sind nicht 8h, sondern nur 4h

15.10.2020 ist Donnerstag. Somit nicht dein Fester Tag und somit auch keine Auszahlung wg. Krankheit"

Das Unternehmen will mir die 8h vom Freitag, 4h vom Mittwoch und 8h vom Donnerstag nicht auszahlen, obwohl ich krankgeschrieben war.

Ich finde diese Situation ungerecht und rechtlich nicht korrekt. Es ist vereinbart, dass für mich seit 16.08 die Tage (Mo-Di-Mi-Do-Fr) als feste Arbeitstage gelten.

 

Ist das rechtlich korrekt?

 

Meines Wissens nach habe ich Anspruch auf das Geld. Wenn ich krank bin, warum sollte ich unverschuldet weniger verdienen. In dieser Situation werde ich schlechter gestellt.

 

Vielen Dank und viele Grüße!

MG: 16.10.2020 |
  • RE: Fragen bezüglich meiner aktuellen Situation im Unternehmen

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Allen Arbeitnehmer_innen steht das Recht auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall zu, auch Werkstudent_innen. Ausnahmen für Studierende gibt es nicht!

    Dabei ist dir nach §4 Entgeltfortzahlungsgesetz das dir bei der für dich "maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit zustehende Arbeitsentgelt fortzuzahlen". Das gilt bei temporären Arbeitszeiterhöhungen selbstverständlich auch für die erhöhte Arbeitszeit, wenn du in dem Zeitraum arbeitsunfähig gemeldet bist!
    Kommst du der Anzeige- und Nachweispflicht ordnungsgemäß nach, muss dir dein_e Arbeitgeber_in Entgeltfotzahlung im Krankheitsfall in entsprechendem gewähren.

    Vielleicht wusste die Kollegin aus der Lohnabrechnungs-Abteilung nichts von der Absprache, dass du in der vorlesungsfreien Zeit Vollzeit arbeitest? Auch mündliche Absprachen sind rechtsgültig! Hier ist höchstens die Frage, wie du das im Streitfall beweisen kannst.
    Vielleicht hast du Zeug_innen, die die Absprache mitbekommen haben? Oder entsprechende Emails, aus denen das hervorgeht? Da du bereits seit dem 16.08.2020 Vollzeit gearbeitet hast, hast du doch bestimmt entsprechende Gehaltsabrechnungen für August und September bekommen und auch Kolleg_innen, die bezeugen können, dass du seit Mitte August Mo-Fr gearbeitet hast. Das alles wären Nachweise, mit denen sich die Absprache plausibel darlegen lässt.
    Mit etwas Glück reicht es, die Kollegin darauf hinzuweisen, dass deine festen Arbeitstage aktuell Mo-Fr sind.

    Wenn das nicht ausreicht, solltest du dich unbedingt rechtlich beraten lassen. Eine erste Anlaufstelle wäre der Betriebsrat, wenn es bei euch einen gibt.
    Als Gewerkschaftsmitglied hättest du sofort ab Eintritt Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung über deine Mitgliedsgewerkschaft. Der gewerkschaftliche Rechtsschutz (Vertretung deiner Anliegen vor Gericht) greift allerdings nur, wenn du schon vorher Mitglied warst.

    Gibt es keinen Betriebsrat und möchtest du auch kein Gewerkschaftsmitglied werden, kannst du dich ggf. über Beratungshilfe bei eine_r/m Anwält_in deiner Wahl beraten lassen und, wenn nötig, Prozesskostenhilfe beantragen.

    Viel Erfolg! Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook!
    Übrigens: Solidarität geht immer! Mitglied werden

    dgb-jugend: 16.10.2020


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