Deutscher Gewerkschaftsbund

Werkstudentenjob Sozialversicherungspflicht

Hallo :) Zurzeit bin ich Studentin und würde gerne über meiner Arbeitssituation sprechen.

Nun geht es um folgendes: Zurzeit bin ich als Werkstudentin bei einem großen Einzelhandelsunternehmen beschäftigt (60h/Monat). Vor ca. 1 1/2 Monaten habe ich selbst durch eine Rückbuchung (94€) meiner Krankenkasse gemerkt, dass mein Arbeitnehmer mich ohne mein Wissen als sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmerin angemeldet hat, da ich während der Vorlesungszeit zwei mal die 20 Stunden Grenze überschritten habe. Die Mitteilung erfolgte weder vor der Umstufung, noch danach.

Nach einigen Gesprächen mit der Filialleitung, Bezirksleitung, Personalabteilung und der Zentrale hat sich herausgestellt, dass sich das zweimalige Überschreiten daraus ergab, dass zwei bezahlte Feiertage in die Wochenstundenanzahl mit einbezogen worden sind, von denen weder ich, noch meine Vorgesetzten, die die Arbeitspläne erstellen etwas wussten. Ohne diese wäre ich auch nicht über die 20 h gekommen. Meine Vorgesetzten wurden von der Personalabteilung auf meine Stunden hingewiesen, haben dies aber nicht mit mir kommuniziert, ich bin einfach nur gewissenhaft arbeiten gegangen. Es handelt sich hierbei jeweils um jeweils ca. 1,5 Stunden.) Dazu kommt, dass ich meistens am Wochenende(Samstags) und in den Nachmittags- und Abendstunden(14-21) arbeite.
Anfangs teilte man mir mit, dass dieser Vorgang im Januar 2020 rückgängig gemacht werden könnte, auf mehrmaliger Nachfrage stellte sich heraus, dass dies nicht der Fall ist und nur bei Geringfügigbeschäftigten möglich ist.

Nun stellen sich mir einige Fragen:

- Ist diese 20 h Grenze fest definiert und darf man einen nach zweimaligen Auftreten mich einfach ohne mein Wissen umstufen? (Vor allem weil diese auf Feiertage gefallen sind und in die Abend- und Wochenendstunden fallen, mir wurde des Öfteren gesagt, dass es da Sonderregelungen gäbe, von denen ich aber leider auch nichts weiß.)

- Warum ist es nicht möglich diese Umstufung bei Werkstudenten rückgängig zu machen?

Entschuldigt sie den langen Text, ich habe versucht, mich so kurz wie möglich zu fassen.

Ganz liebe Grüße,

Canan

Canan: 24.09.2019 23:57:03 |
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  • RE: Werkstudentenjob Sozialversicherungspflicht

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Der Werkstudentinnenstatus ist in einem Rundschreiben der Sozialversicherungen in der Tat recht genau geregelt. Nach diesen Regelungen müssen deine Arbeitgeber_innen dich in der Sozialversicherung anmelden. Sie betrachten dafür die Eigenschaften deiner Beschäftigung und deine Eigenschaften (also die Tatsache, dass du studierst). Das Rundschreiben findest du auch auf unseren Seiten zum Werkstudentinnenstatus: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Dort ist geregelt, dass dass du aus deinem Arbeitseinkommen lediglich in die Rentenversicherung (in Höhe von 9,3 Prozent für dich als Arbeitnehmer_in, deine Arbeitgeber_innen zahlen ebensoviel für dich ein) einzahlen musst, wenn dein Studium zeitlich im Vordergrund steht. Davon wird ausgegangen, wenn du regelmäßig nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest. Es zählt dabei immer die gesamte Arbeitszeit aus allen Jobs. Abends und nachts, am Wochenende, in der vorlesungsfreien Zeit sowie im Rahmen einer kurzfristigen Tätigkeit darf auch mehr gearbeitet werden, wenn das Studium insgesamt noch im Vordergrund steht. Dafür wird die 26 Wochen Grenze heran gezogen: Im Zeitraum von einem Jahr (vom Ende der aufzunehmenden Tätigkeit her rückwärts betrachtet) darf in nicht mehr als 26 Wochen über 20 Stunden gearbeitet werden. Dabei werden alle Tätigkeiten mit mehr als 20 Wochenstunden Arbeitszeit betrachtet - unabhängig des Sozialversicherungsstatus. Ab Zeitpunkt des Überschreitens der Grenze würde volle Sozialversicherungspflicht eintreten.

    Von Feiertagen wird da leider nicht gesprochen. Wenn deine Arbeitszeit ansonsten aber am Wochenende bzw. abends lag, solltest du die 20 Stunden ja eigentlich nicht überschritten haben. Zudem sollte es eigentlich möglich sein, dich wieder umzumelden, wenn deine Arbeitszeit nun wieder vorhersehbar unterhalb der Grenze liegt.
    Wie genau das geht bzw. ob es dazu konkrete Regelungen gibt, kann ich dir leider nicht sagen. Im Zweifelsfall könntest du auch bei deiner Krankenkasse nachfragen, denn diese muss dich schließlich versichern und am Ende die Entscheidung treffen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 10.10.2019 15:23:13


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