Deutscher Gewerkschaftsbund

Urlaubspause

 Winterpause- keine Onlineberatung

Wir versuchen immer so schnell es geht zu helfen, aber auch wir brauchen mal Urlaub. Daher findet vom 21.12.18 bis 7.01.2019 keine Onlineberatung statt.

Für schnelle und direkte Hilfe schaut einfach persönlich vorbei. Die Öffnungszeiten unserer lokalen Hochschulinformationsbüros und Campus-Offices findet ihr direkt vor Ort.

Nach der Urlaubspause beantworten wir Eure Anfragen chronologisch. Habt bitte Verständnis für Wartezeiten.

Beste Lösung für Nebenjob neben Hiwi-Job

Hallo,
ich mache derzeit ein freiwilliges Praktikum (40Std./Woche lt. Vertrag), für das ich 450€ brutto im Monat bekomme. Aufgrund meines Hiwi-Jobs (15Std./Monat) an der Uni bleiben davon aber nur noch 350€ und für den Hiwi-Job entstehen auch nochmal Abgaben, da ich über der 450€-Grenze für Minijobs bin.
Nun komme ich zu meiner eigentlichen Frage:
Der Praktikumsbetrieb hat mir für die Zeit nach dem Praktikum einen "Studentenjob" angeboten mit 20Std./Monat. Meinen Hiwi-Job möchte ich aber weiterhin behalten. Des Weiteren bin ich auch noch mit einem kleinen Gewerbe selbstständig, weshalb ich mich auch selber versichere.

Was ist nun die beste Lösung für den neuen Job? Ich weiß noch nicht, welche Art (Minijob, Werkstudentenjob) mir letztendlich vorgeschlagen wird, aber ich möchte vorher abwegen, ob es sich überhaupt lohnt. Ich möchte nämlich nicht weiterhin so viele Steuern zahlen.

Durchschnittlich sind es ca. 9Std./Woche für die beiden Nebenjobs + etwa 8 Std./Woche für mein Gewerbe. Damit würde ich noch unter den 20Std./Woche liegen, an die sich Studenten halten müssen. Auch mit dem Gehalt läge ich mit den Minijobs unter 450€. Empfiehlt es sich hier also beide Jobs weiterhin als Minijobs laufen zu lassen?

Vielen Dank vorab.

Frage131: 25.11.2018 18:17:05 |
Tags:
  • RE: Beste Lösung für Nebenjob neben Hiwi-Job

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Grundsätzlich ist es so, dass die Einstufung in der Sozialversicherung (also die 'Art' des Jobs) sich nicht ausgesucht werden kann, sondern diese sich aufgrund der Merkmale des Jobs ergibt. Ich versuche dir das mal ein bisschen zu differenzieren:

    Minijobs haben eine Einkommensgrenze von 450 Euro monatlich. Innerhalb dieser Grenze zahlst du als Arbeitnehmer_in lediglich 3,6 Prozent in die Rentenversicherung (RV) ein. Bei mehreren Minijobs wird das Einkommen zusammengezählt. Kommst du durch die Kombination mehrerer Minijobs auf über 450 Euro, verliert die Gesamtheit dieser Jobs den Minijobstatus und wird als reguläre Beschäftigung betrachtet. Mehr zu Minijobs auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    Für Studierende greifen dann meistens die Regeln des Werkstudent_innenstatus, während es sich um eine "reguläre Beschäftigung" handelt. Dieser Werkstudent_innenstatus besagt, dass du aus deinem Arbeitseinkommen lediglich in die Rentenversicherung (in Höhe von 9,3 Prozent für dich als Arbeitnehmer_in, deine Arbeitgeber_innen zahlen ebensoviel für dich ein) einzahlen musst, wenn dein Studium zeitlich im Vordergrund steht. Davon wird ausgegangen, wenn du regelmäßig nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest. Es zählt dabei immer die gesamte Arbeitszeit aus allen Jobs. Abends und nachts, am Wochenende, in der vorlesungsfreien Zeit sowie im Rahmen einer kurzfristigen Tätigkeit darf auch mehr gearbeitet werden, wenn das Studium insgesamt noch im Vordergrund steht. Dafür wird die 26 Wochen Grenze heran gezogen: Im Zeitraum von einem Jahr (vom Ende der aufzunehmenden Tätigkeit her rückwärts betrachtet) darf in nicht mehr als 26 Wochen über 20 Stunden gearbeitet werden. Dabei werden alle Tätigkeiten mit mehr als 20 Wochenstunden Arbeitszeit betrachtet - unabhängig des Sozialversicherungsstatus. Ab Zeitpunkt des Überschreitens der Grenze würde volle Sozialversicherungspflicht eintreten. Mehr zu den Hintergründen, Ausnahmen und Regeln: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Es handelt sich dabei nur um eine Einstufung in der Sozialversicherung. Du darfst als Student_in natürlich auch mehr arbeiten, müsstest dann aber paritätisch mit deinen Arbeitgeber_innen in alle Zweige der Sozialversicherung (SV) einzahlen. Das wären dann ungefähr 20 Prozent Abgaben für dich als Arbeitnehmer_in, wobei du dann über den Job versichert wärst und keine zusätzlichen Beiträge in der Kranken- und Pflegeversicherung hättest. Aus den Beiträgen erhältst du (später) natürlich auch Leistungen.

    Bis zur Grenze von 850 Euro wird nicht gleich dein gesamtes Einkommen zur Berechnung der Beiträge (bei Werkstudis: der RV-Abgaben) heran gezogen, sondern nur ein bestimmter Teil. Das nennt sich Gleitzone bzw. Midijob-Status. Wie groß dieser Anteil ist, kannst du mit unserem Gleitzonenrechner ausrechnen. Diesen und weitere Infos zu dem Midijob-Status hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhb

    Also, wenn deine beiden Jobs jeweils geringfügig sind und zusammen eh nicht mehr als 450 Euro monatlich ergeben, bleiben sie gemeinsam geringfügig. Wenn du drüber kommst, ist das auch nicht schlimm, weil du dann halt im Werkstudent_innenstatus (mit entsprichend etwas höheren Abgaben) kommst.

    Bei selbstständigen ist es noch etwas komplizierter. Aber auch hier wird die o.g. 20 Stunden-Grenze zu raten gezogen. Wenn du insgesamt (abhängige und selbstständige Beschäftigung kombiniert) unterhalb der 20 Stunden bleibst, sollte es kein Problem sein. Teilweise setzen die Krankenkassen zeitlich geringere Grenzen an, weil sie noch Vor- und Nachbereitungszeiten unterstellen. Informieren dich dazu bitte direkt bei deiner Krankenkasse.

    Du hast, wie alle Steuerpflichtigen, einen jährlichen Grundfreibetrag von aktuell (2018) 9.000 Euro + 1.000 Euro Werbungskostenpauschale. Erst auf den darüber liegenden Teil deines Einkommens zahlst du Steuern.
    Dieser Freibetrag wird jedoch nur auf den zeitlich zuerst aufgenommenen Job angewendet. Ein zweiter/dritter/weiterer Job wird in der Lohnsteuerklasse VI angemeldet, was zu recht hohen Abzügen führt. Wenn du bis zum 31. Mai des Folgejahres eine Einkommenssteuererklärung einreichst, kannst du zu viel gezahlte Lohnsteuern zurückbekommen. Alternativ kannst du bei deinem zuständigen Finanzamt beantragen einen Teil deines Freibetrages auf den weiteren Job zu übertragen. Zudem kannst du auch beantragen die Lohnsteuerklassen durch zu tauschen.
    Wie das geht und mehr zu Steuern auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​studium/​dein-job/​steuern

    Bei Minijobs und kurzfristigen Beschäftigungen gibt es die Möglichkeit der pauschalen Versteuerung. Die Pauschalsteuern liegen im Minijobstatus bei 2 Prozent und bei kurzfristigen Beschäftigungen bei 25 Prozent (!). Mit den Pauschalsteuern ist die Steuerschuld für den Job erledigt und das Einkommen taucht nicht bei der Berechnung deiner Einkommenssteuer auf. Du kannst die Pauschalsteuern aber nicht zurückbekommen, wenn du unterhalb des Freibetrages geblieben bist. Also solltest du vor der Aufnahme der Beschäftigung mit deinen Arbeitgeber_innen darüber sprechen, wie sie dich beim Finanzamt anmelden.

    Für die richtige Anmeldung beim Finanzamt und in der Sozialversicherung sind deine Arbeitgeber_innen zuständig. Du musst diesen dafür die richtigen Angaben liefern, Nachweise erbringen (im Werkstudent_innenstatus beispielsweise die Immatrikulationsbescheinigung) und insbesondere auch Veränderungen bei weiteren Beschäftigungen mitteilen.
    Mehr zur Kombination von Beschäftigungen auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch persönlich in einem unserer Büros bei dir vor Ort beraten lassen ( https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X29 ) oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 29.11.2018 15:53:01


Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.



Ich habe die Datenschutzerklärung der DGB-Jugend gelesen.

WIR IM SOCIAL WEB