Deutscher Gewerkschaftsbund

Urlaubspause

 Winterpause- keine Onlineberatung

Wir versuchen immer so schnell es geht zu helfen, aber auch wir brauchen mal Urlaub. Daher findet vom 21.12.18 bis 7.01.2019 keine Onlineberatung statt.

Für schnelle und direkte Hilfe schaut einfach persönlich vorbei. Die Öffnungszeiten unserer lokalen Hochschulinformationsbüros und Campus-Offices findet ihr direkt vor Ort.

Nach der Urlaubspause beantworten wir Eure Anfragen chronologisch. Habt bitte Verständnis für Wartezeiten.

Werkstudent

Liebes Students at work Team, ich arbeite seit einigen Jahren als Werkstudent bei einem Unternehmen. Bisher habe ich im Semester maximal 20 Stunden und in den Semesterferien ab und zu auch über 20 Stunden gearbeitet. Im aktuellen Semester habe ich auch in der Vorlesungszeit einige Wochen mehr als 20 Stunden die Woche gearbeitet, weil ich über die 20 Stundenregelung leider falsch informiert war. Ich hatte allerdings auch keine Veranstaltungen mehr und habe nur noch meine Abschlussarbeit abgegeben. Von Seiten meines Arbeitgebers habe ich bisher noch keine Rückmeldung über zu viel gearbeitete Stunden bekommen. Ich frage mich jetzt, ob ich meinen Arbeitgeber darauf ansprechen soll und was für Konsequenzen das für mich hätte. Vielen Dank für eure Antwort!

Dennis: 07.08.2018 20:42:00 |
Tags:
  • RE: Werkstudent

    Hallo Dennis,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV), um deinen Status dort zu bestimmen, also wie du im Job angemeldet werden musst.
    Grundsätzlich darfst du auch als Student so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.

    Hier der Unterschied:
    Arbeitest du als Vollzeit immatrikulierter Student regelmäßig nicht mehr als 20h/Woche, wirst du in der SV als Werkstudent angemeldet. Das bedeutet, dass von deinem Gehalt nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, nicht aber in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Krankenversichern musst du dich dann selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Kosten: 9,3% RV vom Gehalt + eigene KV/PV (studentisch ca. 90€/Monat, ggf. "freiwillig" mind. 160€/Monat) https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Arbeitest du mehr als 20h/Woche, wirst du als Arbeitnehmer angemeldet. Dann werden von deinem Gehalt anteilig Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt.
    Kosten: Insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt, keine weiteren Kosten für KV/PV.

    Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudent. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige Arbeitszeit (einzelne Spitzen spielen in der Regel keine Rolle) und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit.

    Ausnahmen sind in der vorlesungsfreien Zeit und unter bestimmten Umständen bei Abend-, Nacht- und Wo-chenendarbeit möglich. Letzteres gilt nur für auf maximal 26 Wochen befristete Beschäftigungen, bei denen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit auf abends/nachts oder das Wochenende fällt.

    Für deine korrekte Anmeldung und das Abführen der SV-Beiträge ist dein Arbeitgeber verantwortlich. Er ist auch dafür zuständig einzuschätzen, ob er dich ggf. bei Mehrarbeit anders anmelden muss, z.B. weil die 20h-Regel außerhalb der Ausnahmeregelungen überschritten wurde. Da du nur den einen Job hast und dein AG dementsprechend ja weiß, wieviel du arbeitest, hast du in dem Fall keine Verantwortung.
    Ich gehe aber davon aus, dass du wegen deines Alters bereits teuer freiwillig versichert bist - hier lohnt es vielleicht, deinen AG doch darauf hinzuweisen, dass ggf. eine Falschanmeldung vorliegen könnte. Falls du (ggf. rückwirkend) als Arbeitnehmer voll sv-pflichtig angemeldet werden muss, kann es zwar dazu kommen ("worst" case), dass von deinem Gehalt nachträglich noch ca. 10% SV-Beiträge abgeführt werden, dafür bekommst du aber die selbst gezahlten KV-Beiträge für die Zeit zurück, so dass du eventuell sogar dann noch finanzielle Vorteile hast. Bestenfalls muss dein AG die nachzuzahlenden SV-Beiträge allein tragen, wenn er deine Falschanmeldung schuldhaft verursacht hat. (Das kann ich aber nicht einschätzen.)

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 09.08.2018 10:49:21


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