Deutscher Gewerkschaftsbund

Urlaubspause

 Winterpause- keine Onlineberatung

Wir versuchen immer so schnell es geht zu helfen, aber auch wir brauchen mal Urlaub. Daher findet vom 21.12.18 bis 7.01.2019 keine Onlineberatung statt.

Für schnelle und direkte Hilfe schaut einfach persönlich vorbei. Die Öffnungszeiten unserer lokalen Hochschulinformationsbüros und Campus-Offices findet ihr direkt vor Ort.

Nach der Urlaubspause beantworten wir Eure Anfragen chronologisch. Habt bitte Verständnis für Wartezeiten.

Freiwilliges Praktikum und Nebenjob

Hallo S@W,

ich habe ziemlich kurzfristig die Möglichkeit, ein freiwilliges Praktikum für einen Zeitraum von 3 Monaten zu absolvieren. Ich arbeite bereits das ganze Jahr 20h/Woche, da man ja als Studentin darauf achten muss, an der Uni und einem außeruniversitären Forschungsinstitut (ich habe also bereites 2 Arbeitgeber, jeweils 10h/Woche). Nun ist die Frage ob ich zumindest einen der beiden Jobs weitermachen könnte, wenn ich im Praktikum bin (Vollzeit) oder eingeschriebene Studentin bleibe? Ich käme dann ja auf ca 48h/Woche... Ich bin mir hier nicht sicher, ob mir als Studentin überhaupt diese Möglichkeit offen steht, da ja diese Werkstudentinnen-Regel greift. Gleichzeitig dürfte ich dann ja auch eigentlich gar kein Praktikum machen, da gehe ich ja eh schon über die 20h/Woche. Wäre vielleicht ein Urlaubssemester die Alternative?

Besten Dank im Voraus und VG
Charlotte

Charlotte: 07.08.2018 10:27:56 |
Tags:
  • RE: Freiwilliges Praktikum und Nebenjob

    Hallo Charlotte,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Die einzige gesetzliche Grenze ist im Arbeitszeitgesetz geregelt, wonach du grundsätzlich nicht mehr als 8h/Tag (10h/Tag bei Ausgleich) an bis zu 6 Tagen in der Woche abhängig beschäftigt werden darfst. Dadurch ergibt sich eine wöchentliche Höchstarbeitszeitgrenze von 48h/Woche. Auch müssen Pausen- und Ruhezeiten eingehalten werden. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQj Dieses Gesetz gilt für alle und ist unabhängig vom Studierendenstatus. Ein Urlaubssemester ändert daran nichts.

    Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das alles auch keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Studentin, solange du immatrikuliert bist.
    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung(en), je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden.

    Beim sogenannten Werkstudent_innenstatus handelt es sich nämlich lediglich um einen Status innerhalb der Sozialversicherung (SV) https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi
    Dabei wird die sogenannte 20h-Regel als Orientierungsgrenze herangezogen:
    Arbeitest du als Vollzeit immatrikulierte Studentin nicht mehr als 20h/Woche, wirst du in der SV als Werkstudentin angemeldet. Das bedeutet, dass von deinem Gehalt nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, nicht aber in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Krankenversichern musst du dich dann selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Kosten: 9,3% RV vom Gehalt + eigene KV/PV (studentisch ca. 90€/Monat, ggf. "freiwillig" mind. 140€/Monat)

    Arbeitest du mehr als 20h/Woche, wirst du als Arbeitnehmerin voll sv-pflichtig angemeldet. Das gilt auch unabhängig von der Arbeitszeit, sobald du über 450€/Monat verdienst und Teilzeit immatrikuliert oder im Urlaubssemester bist. Dann werden von deinem Gehalt anteilig Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt.
    Kosten: Insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt, keine weiteren Kosten für KV/PV.

    Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudentin. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Ausnahmeregelungen gelten in der SV nur für sogenannte geringfügige Beschäftigungen, wie Minijobs (bis 450€/Monat) oder kurzfristige Beschäftigungen (auf 3 Monate befristet oder max. 70 Tage/Jahr). Ggf. könnte dein freiwilliges Praktikum unter die Regelungen für kurzfristige Beschäftigungen fallen. Einkommen daraus ist dann komplett sozialversicherungsfrei (aber steuerpflichtig). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhU

    Wenn du das Praktikum Vollzeit machen möchtest, ohne deine beiden Jobs dafür aufzugeben, kannst du deine beiden Arbeitgeber_innen auch einfach mal fragen, ob sie dich für die Dauer des Praktikums unbezahlt freistellen würden. Dann kannst du nach Ablauf des Praktikums wieder in beiden Jobs weiterarbeiten.

    Mehr Infos zum Thema Praktikum findest du hier: http:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ibe
    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 07.08.2018 11:07:46


Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.



Ich habe die Datenschutzerklärung der DGB-Jugend gelesen.

WIR IM SOCIAL WEB