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Mnijob und Werkstudent:innenvertrag - welche Steuerklasse wo angeben?

Hey!
Ich bin vom 1.04 bis 31.08. wieder befristet über das Semester an der Hochschule auf Minijobbasis als HiWi angestellt und verdiene dort 220€/Monat.

Nun nehme ich zum 15.04. zusätzlich eine Stelle als Werkstudentin an und verdiene damit im Monat zusätzlich um die 430€.

Ich bleibe generell unter 20h/Woche Arbeitszeit, zähle also weiterhin als Studentin in der Hauptbeschäftigung.

Auf beiden Personalbögen wird die Steuerklasse abgefragt - muss ich bei einem der beiden nun StKl VI angeben, weil es als Mehrfachbeschäftigung zählt oder kann ich wegen des Minijobs bei beiden StKl I angeben? 

Danke und viele Grüße!

roestkaffee: 25.03.2021 |
  • RE: Mnijob und Werkstudent:innenvertrag - welche Steuerklasse wo angeben?

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wenn du in beiden Jobs nicht mehr als jeweils 450€/Monat verdienst, handelt es sich bei beiden um geringfügige Beschäftigungen/Minijobs!
    Diese werden in der Sozialversicherung (SV) zusammengerechnet. Kommst du dann insgesamt auf über 450€/Monat, entfällt der Minijobstatus für beide Jobs.

    Solange du mit beiden Jobs zusammen insgesamt nicht mehr als 20h/Woche arbeitest, wirst du in beiden als Werkstudentin angemeldet. Dann fallen auf beide Gehälter je 9,3% Rentenversicherungsbeiträge an.

    Zudem müssen in der Kombi auch beide Jobs über deine Steuer-ID abgerechnet werden, so dass du einen davon über die ungünstige Lohnsteuerklasse 6 laufen lassen müsstest. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9744€/Jahr (plus 1000€ Werbungskostenpauschale) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
    Du kannst aber im Folgejahr mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen.

    Tipp:
    Eventuell greift für den Job in der Uni auch die Übungsleiter_innenpauschale. Wenn du dort z.B. als Tutorin arbeitest, kannst du bis zu 3000€/Jahr zusätzlich zum Steuerfreibetrag steuerfrei dazuverdienen. Einkommen, das unter die Übungsleiter_innenpauschale fällt, wird auch in der Sozialversicherung nicht miteingerechnet.
    Das bedeutet in Bezug auf die beiden Minijobs, dass du nach Abzug der Übungsleiter_innenpauschale insgesamt mit beiden Jobs nicht über 450€/Monat kommen würdest. Dementsprechend wären beide Jobs sozialversicherungsfrei und beim Job in der Uni käme es zu keinen Steuerabzügen.
    Frag am besten mal direkt in der Personalabteilung eurer Hochschule nach, ob deine Tätigkeit unter die Vorgaben für die Übunsgleiter_innenpauschale fällt. Eventuell müsstest du die Berücksichtigung der Übungsleiter_innenpauschale dann beim Landesamt für Besoldung beantragen.

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort persönlich beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 26.03.2021


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