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Werkstudent und kurzfristige Beschäftigung gleichzeitig?

Hallo,

ich habe seit mehreren Jahren bereits einen Minijob und eine kurzfristige Beschäftigung gleichzeitig. Bei der kurzfristigen Beschäftigung arbeite ich immer mal wieder ein paar Wochen nicht, dafür dann ein paar Wochen mehrere Tage (über 20h in der Woche) hintereinander.

Jetzt habe ich die Chance anstatt des Minijobs einen Werkstudentenvertrag abzuschließen, was 20h die Woche betragen würde. Darf ich dann weiterhin eine kurzfristige Beschäftigung ausführen oder geht das dann nicht mehr, da ich ja über die 20h in der Woche komme, obwohl es ja zwei unterschiedliche Jobs sind?

Sophie.Kr: 24.03.2021 |
  • RE: Werkstudent und kurzfristige Beschäftigung gleichzeitig?

    Hallo Sophie,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Studierendenstatus innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.

    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung(en), je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden.

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort im Job. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest, wirst du in nicht geringfügigen Jobs entweder als Werkstudentin oder voll sv-pflichtig als Arbeitnehmerin angemeldet (für geringfügige Beschäftigungen gelten nochmal Sonderregeln).

    Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige Arbeitszeit (einzelne Spitzen spielen in der Regel keine Rolle) und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit.
    Auch die Lage deiner Arbeitszeit spielt eine Rolle. So sind Ausnahmen von der 20h/Woche in der vorlesungsfreien Zeit und unter bestimmten Umständen bei Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit möglich. Letzteres gilt nur für auf maximal 26 Wochen befristete Beschäftigungen, bei denen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit auf abends/nachts oder das Wochenende fällt.
    Da eine kurzfristige Beschäftigung nur sporadisch und auch häufig hauptsächlich in den Semesterferien ausgeübt wird, ist es nicht unwahrscheinlich, dass diese unter eine der Ausnahmen fällt.
    Dann könntest du auch in Zeiten, in denen du der 20h-Stelle und der kurzfristigen Beschäftigung parallel nachgehst und damit über die 20h/Woche kommst, als Werkstudentin angemeldet werden.

    Greifen die Ausnahmen aber nicht und beträgt deine Arbeitszeit in der Gesamtbetrachtung dann regelmäßig über 20h/Woche, kann es sein, dass du in der Jobkombi in der 20h-Stelle voll sozialversicherungspflichtig angemeldet werden musst.

    Das ist aber gar nicht so schlimm, wie manche denken.
    Der Unterschied:
    Im Werkstudent_innenstatus fallen aufs Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und man muss selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 100€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV an. Du wärst dann über den Job nicht nur renten-, sondern auch kranken-, pflege- und arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudentin. Außerdem können so Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I) erworben werden, auf die Werkstudent_innen sonst keinen Anspruch haben.

    Und egal, ob du in der 20h-Stelle voll sv-pflichtig wirst oder als Werkstudentin angemeldet bist: Die zusätzliche kurzfristige Beschäftigung bleibt - unabhängig von der Einkommenshöhe dort - sozialversicherungsfrei. Das heißt, die oben genannten SV-(bzw. RV-)Abgaben fallen nur auf das Gehalt aus der 20h-Stelle an. Und solange du dort nicht mehr als 1300€/Monat brutto verdienst, wird auch nicht gleich dein gesamtes Gehalt zur Berechnung der SV-Beiträge (bei Werkstudis: der RV-Abgaben) heran gezogen, sondern nur ein bestimmter Teil. Das nennt sich Midijob. Hier geht es darum, dass innerhalb einer bestimmten Einkommensspanne (450,01 – 1.300€/Monat) SV-Beiträge anhand der Midijobformel für die Arbeitnehmer_innenseite günstiger berechnet werden. In dieser Formel reduziert ein Faktor die Höhe des Arbeitsentgelts als Grundlage für die Beitragsberechnung.

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort direkt beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 26.03.2021


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