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Minijob, Kurzfristige Beschäftigung und Übungsleitertätigkeit gleichzeitig

Hallo liebes Dgb-Jugend Team, 

ich habe eine Frage bezüglich der Steuern, die in diesem Jahr auf mich zukommen könnten. 

Ich habe das ganze Jahr einen Minijob (Geringfügige Beschäftigung) und verdiene damit ca. 380 € im Monat. Jetzt möchte ich von September bis November eine kurzfristige Beschäftigung aufnehmen (max. 3 Monate, ca. 450€ im Monat). 

Neben der kurzfristigen Beschäftigung kommt dann noch eine Übungsleitertätigkeit hinzu, mit der ich ab Oktober beginne und damit bis Ende des Jahres max. 750€ verdiene. 

Ich bin Studentin und familienversichert. Muss ich mich dadurch selbst versichern? Muss ich durch die Übungsleitertätigkeit im nächsten Jahr eine Steuererklärung machen? Und: Muss ich dadurch jetzt Steuern zahlen?

Vielen, vielen Dank im Vorraus!

Hanna: 09.09.2020 |
  • RE: Minijob, Kurzfristige Beschäftigung und Übungsleitertätigkeit gleichzeitig

    Hallo Hanna,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Sowohl Einkünfte aus einer kurzfristigen Beschäftigung, als auch Einnahmen die unter Übungsleiter_innen-Pauschale fallen, zählen in der gesetzlichen Familienversicherung im Regelfall nicht als Einkommen, das gilt so aber nur für gesetzliche Krankenversicherungen. Bei privaten ist dies nicht allgemein geregelt und vom einzelnen Versicherungsvertrag abhängig. Dies kannst du nur bei der Versicherung direkt erfragen.

    Bei der Übungsleiter_innen-Pauschale handelt es sich zunächst erstmal „nur“ um die Frage, ob gewisse Tätigkeiten steuerfrei sind. Damit ist noch nicht gesagt, wie du beschäftigt bist. Dies kann prinzipiell ebenfalls abhängig beschäftigt sein (also angestellt) oder selbstständig. Mehr dazu hier. Wie das in deinem Fall geregelt ist müsstest du mit der Stelle klären, bei der du als Übungsleiterin tätig wirst.

    Falls die Tätigkeit selbstständig ist, musst du dich selbst um die Anmeldung kümmern. Eine selbstständige Tätigkeit musst du immer dem Finanzamt melden – sonst kannst du gar keine gültige Rechnung schreiben, denn auf diese muss eine Steuer-Nummer enthalten, die du wiederum erst nach Anmeldung bekommst. Eine Steuererklärung machen wiederum musst du dann nur wenn dein „Jahresgewinn“ über 410€ liegt bzw. wenn sie dich dazu auffordern (was das Finanzamt vermutlich tun wird).

    Ausführlicheres zum Thema Selbstständigkeit findest du auf unseren Unterseiten zum Thema sowie in unserer Broschüre „Selbstständigkeit und Studium“.

    Eine Steuererklärung zu machen heißt wiederum aber nicht, am Ende auch Steuern zahlen zu müssen. Das hängt ganz davon ab, wie viel du insgesamt in allen Tätigkeiten im ganzen Jahr verdient hast. Wenn du keine weiteren Einnahmen hattest bleibst du ja voraussichtlich weit unter der Freibetragsgrenze von 9.408€ (Stand 2020), zu der sowieso nochmal 1.000€ Werbungskostenpauschale und ggf. diverse andere Beträge kämen, die du abziehen kannst.

    Je nachdem ob dein Minijob pauschal mit 2% versteuert oder über Steuer-ID angemeldet ist, kann es allerdings passieren, dass du im zweiten Job Lohnsteuer abgezogen bekommst, selbst dann die Jahresfreibetragsgrenze (von derzeit 9.408€, Stand 2020) voraussichtlich nicht überschritten wird. Das hängt mit den Steuerklassen zusammen. Mehr dazu hier. Am Ende kannst du dir zu viel gezahlte Steuern aber ggf. per Steuererklärung wieder holen bzw. auf Antrag auch einen Teil des Freibetrags auf andere Tätigkeiten übertragen.

    Mehr zum Thema Jobkombination kannst du hier nachlesen. Wichtig ist vor allem, dass du alle deine Arbeitgeber_innen über die jeweiligen anderen Tätigkeiten informierst. Dich korrekt anzumelden ist dann ihre Aufgabe.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort nutzen oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Valentin
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 15.09.2020


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