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Arbeiten mit mehr als 20h/Woche durch Nachweisen der studienrelevanten Zeit

Hallo liebes Forum,

ich arbeite zurzeit in einer Werkstudentenstelle mit regulär 15 Stunden pro Woche, in der ich im Wintersemester auch meine Masterarbeit schreiben möchte. Zusätzlich würde ich gerne eine Werkstudentenstelle mit etwa 10 Stunden pro Woche annehmen und falle damit theoretisch aus dem Werkstudentenstatus heraus - soweit habe ich mich informiert.

Meine Frage betrifft das Folgende:
Ist es möglich, die beiden Beschäftigungen nebeneinander auszuüben, ohne den Werkstudentenstatus zu verlieren, wenn ich nachweise, dass ich in der Arbeitszeit der ersten Werkstudentenstelle an der Masterarbeit schreibe, die Zeit also für das Studium nutze? Ist es möglich, auch nur einen Teil der Zeit dafür geltend zu machen, etwa 5 von 15 Stunden?

Ich habe gelesen, dass es dafür eine Ausnahme gibt, doch die genaue Ausgestaltung ist nicht so leicht zu finden. Bestenfalls würde ich natürlich gerne vermeiden, voll SV-pflichtig zu werden.

Vielen Dank für eure Hilfe und viele Grüße
Tim

stimmot: 09.09.2020 |
  • RE: Arbeiten mit mehr als 20h/Woche durch Nachweisen der studienrelevanten Zeit

    Hallo Tim,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Sofern die Überschreitung der 20 Stunden nicht unter die möglichen Ausnahmen fällt, würdest du den Werkstudent_innen-Status in der Sozialversicherung zumindest zeitweise „verlieren“.

    Wenn du für die Zeit in der ersten Stelle als „echter“ Masterand beschäftigt würdest, dann würde das als Teil deiner Ausbildung zählen und damit nicht in die 20h. Das würde allerdings auch voraussetzen, dass du neben der Abschlussarbeit keine Arbeitsleistung erbringst, die für den Betrieb verwertbar ist und auch sonst im Wesentlichen frei dort agierst. Genaueres dazu hier. Eine gleichzeitige Beschäftigung als Werkstudent und als Masterand in unterschiedlichen Unternehmen ist kein Problem. Im selben ist sehr schwierig und prinzipiell nur möglich, wenn es sich um ganz klar voneinander abgegrenzte Tätigkeiten handelt. Mehr dazu hier.

    Tendenziell müsste das dein_e Arbeitgeber_in mit dem Sozialversicherungsträger klären, ob und wie eine derartige parallele Beschäftigung möglich ist.

    Beachte ansonsten, dass unter Umständen für dich eine voll-sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gar nicht unbedingt (viel) teurer wäre, je nachdem wie du krankenversichert bist, da auch in im Werkstudent_innen-Status Rentenversicherungsbeiträge anfallen (je nach Einkommenshöhe im Übergangsbereich bis zu 9,3% für dich), voll sozialversicherungspflichtig bis zu 20% – dafür entfallen dann aber auch deine eigenen Beiträge, falls du derzeit z.B. studentisch krankenversichert bist.

    Wichtig ist vor allem, dass du alle deine Arbeitgeber_innen über die jeweiligen anderen Tätigkeiten informierst. Dich korrekt anzumelden ist dann ihre Aufgabe.

    Mehr zum Thema Jobkombination kannst du hier nachlesen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Valentin
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 15.09.2020


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