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20h Regel verletzt

Hey Leute,

hab dank Corona relativ viel freizeit, da ich keine Vorlesungen mehr habe bzw. online Videos, die man flexibel einteilen kann usw.

Mein Chef hat mich 22Std. die Woche arbeiten lassen, weswegen ich jetzt von der Personalabteilung als Werkstudent rausgeschmissen wurde, wegen der paar Stunden mehr im Monat und die unfreundliche Frau in der Personalabteilung meinte, die kann mich jetzt für den Rest meiner Einstellung, also ein gutes halbes Jahr nicht mehr rückgängig als Werkstudent einstellen.

Hat da jemand von euch Erfahrungen mit sowas? 

Kann mir echt nicht vorstellen, dass ichd er erste bin dem sowas passiert und das man da so unnötig rigoros umgeht finde ich total lächerlich.

Der Berater: 27.07.2020 |
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  • RE: 20h Regel verletzt

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Beim sogenannten Werkstudent_innenstatus handelt es sich um einen Status innerhalb der Sozialversicherung (SV), den Vollzeitstudent_innen in der Regel immer dann innehaben, wenn sie nicht mehr als 20h/Woche arbeiten.
    Arbeitest du regelmäßig (also nicht nur einmalig und nicht unter die Ausnahmeregelungen fallend) mehr als 20h/Woche, entfällt der Werkstudent_innenstatus und du wirst voll sv-pflichtig als Arbeitnehmer_in angemeldet. Da reicht auch schon eine regelmäßige Arbeitszeit von 21h/Woche. Ob du gerade keine Präsenzveranstaltungen in der Uni hast oder auch nur noch Hausarbeiten/Prüfungen schreiben musst, spielt dabei keine Rolle.

    Das muss aber kein Nachteil für dich sein - im Gegenteil!
    Im Werkstudent_innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 100€/Monat) tragen.
    Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV an. Du bist dann über den Job nicht nur renten-, sondern auch kranken-, pflege- und arbeitslosenversichert! Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudent_in. Außerdem erwirbst du so Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld, Kurzarbeitsgeld oder später ggf. Alg I), auf die Werkstudent_innen sonst keinen Anspruch haben.

    Wenn deine regelmäßige Arbetszeit wieder auf unter 20h/Woche reduziert wird, kannst du auch wieder als Werkstudent_in angemeldet werden. Das man da ein halbes Jahr warten muss, ist so nicht korrekt.

    Wenn du denkst, dass dein_e Arbeitgeber_in die 20h-Regel falsch interpretiert und dich nicht korrekt angemeldet hat, kannst du bei der Deutschen Rentenversicherung ein sogenanntes Statusfeststellungsverfahren beantragen. Da wird dein sozialversicherungsrechtlicher Status rechtssicher geprüft.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 28.07.2020


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