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Honorarvertrag + 450€ Minijob

Hallo :)

zurzeit beziehe ich Bafög und mache parallel einen 450€ Minijob. Jetzt habe ich die Möglichkeit noch zusätzlich einen Honorarvertrag aufzunehmen. In meinem MInijob komme ich oft nicht auf die vorgesehenen 450€. Jetzt ist meine Frage, sobald ich mit Honorarvertrag + Minijob über 450€ komme, bin ich sozialversicherungspflichtig? 

Über eine hilfreiche Antwort wäre ich sehr dankbar. Das Finanzamt konnte mir leider nicht weiterhelfen.

Liebe Grüße

Evelyn

Evel.dg: 22.06.2020 |
  • RE: Honorarvertrag + 450€ Minijob

    Hallo Evelyn,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Selbstständige Tätigkeiten (dazu gehören in der Regel Jobs mit Honorarvertrag) und abhängige Beschäftigungen (dazu gehören 450€-Minijobs) werden in der Sozialversicherung grundsätzlich getrennt betrachtet. Der Honorarvertrag hat also keinen Einfluss auf deinen Minijob.
    Solange du in deinem Minijob nicht mehr als 450€/Monat verdienst, wirst du dort nicht sozialversicherungspflichtig.

    Bei der gesetzlichen Familienversicherung und beim BAföG zählen aber die Einkünfte aus beiden Jobs als Einkommen.

    Je nachdem, wieviel du insgesamt verdienst, kann also die Familienversicherung entfallen und/oder dein BAföG gekürzt werden.

    Sozialversicherung:
    Solange du als nebenberuflich selbstständig eingestuft wirst, kannst du dich während des Studiums studentisch krankenversichern (um die 100€/Monat) oder bis zu einer bestimmten Einkommenshöhe familienversichert bleiben. Die Einkommensgrenze in der gesetzlichen Familienversicherung beträgt 455€/Monat (bei selbstständiger Tätigkeit ist dein Gewinn = Einnahmen minus Betriebsausgaben relevant) ODER 450€/Minijob. Verdienst du insgesamt mehr, musst du dich selbst studentisch kranken- und pflegeversichern.

    Außerdem kann die selbstständige Tätigkeit je nach Umfang sowie der genauen Art deiner Tätigkeit rentenversicherungspflichtig sein.

    BAföG:
    Der Freibetrag beim BAföG beträgt 290€/Monat. Dein Einkommen wird aber noch um eine Sozialpauschale in Höhe von 21,3% und bei abhängiger Beschäftigung um die Werbungskostenpauschale (1000€/Jahr) bereinigt. So kannst du in abhängiger Beschäftigung bis zu 450€/Monat oder 5400€/Jahr ohne BAföG-Abzüge verdienen. Bei der Selbstständigkeit greift die Werbungskostenpauschale nicht, dafür kannst du dort dein Honorar um die für den Job notwendigen Ausgaben bereinigen (Gewinnermittlung).

    Was dann von deinem Gesamteinkommen übrig bleibt und über die 290€/Monat geht, vermindert deinen BAföG-Auszahlbetrag.

    Zum Honorarvertrag:
    Wenn du selbstständig tätig bist, bist du formal quasi deine eigene Chefin und dementsprechend auch selbst für deine korrekte Anmeldung beim Finanzamt und der Sozialversicherung zuständig. Auch für das Abführen von Steuern und SV-Beiträgen bist du dann ggf. selbst verantwortlich (Stichwort Steuererklärung).

    Beachte auch, dass für Selbstständige die üblichen Arbeitnehmer_innenrechte wie Kündigungsschutz, Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall oder bezahlten Urlaub nicht gelten. Auch für deine soziale Absicherung (z.B. bei Auftragsflaute) bist du dann selbst verantwortlich. Und du musst dich um deinen Papierkram kümmern, wie Rechnungen sammeln, Ausgaben dokumentieren, ggf. vor- und nachbereiten etc. (auch das ist Arbeitszeit, die du berücksichtigen solltest!). Deshalb empfehlen wir, bei Honorarverhandlungen für selbstständige Tätigkeiten mind. das Doppelte dessen zu veranschlagen, was du in einer vergleichbaren Angestelltentätigkeit für einen angemessenen Stundenlohn hältst.

    Ausführlicheres zum Thema Selbstständigkeit findest du hier sowie in unserer Broschüre Selbstständigkeit und Studium. Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 22.06.2020


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