Deutscher Gewerkschaftsbund

Werkstudentin und Honorarkraft innerhalb des Semesters

Moinmoin,

ich arbeite als Werkstudentin 20h/ Woche bei einem Verein. Jetzt habe ich zusätzlich von der Organisation, für die ich ehrenamtlich tätig bin, die Möglichkeit bekommen Projektbezogen auf Honorarbasis 250-300 Stunden für ca 3 Monate zu arbeiten. Da die Projekte im April und Mai stattfinden, liegt der Vertragszeitraum also außerhalb der Vorlesungsfreien Zeit. Macht es Sinn mich im Rahmen der Honorartätigkeit als selbstständig zu melden? Oder ist eine andere Vertragsart sinnvoller? Eine ehrenamtliche Aufwandsentschädigung vielleicht?

 

Ich danke für die Hilfe!!

Liebe Grüße

Nora

Nora: 11.02.2020 |
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  • RE: Werkstudentin und Honorarkraft innerhalb des Semesters

    Hallo Nora,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wenn du auf Honorarbasis Leistungen erbringst, bist du selbstständig tätig und musst dich dementsprechend auch anmelden.
    Auch Aufwandsentschädigungen können formal über eine selbstständige Tätigkeit abgerechnet werden (das ist z.B. der Fall, wenn du eine Rechnung stellen sollst). Dann macht es keinen Unterschied, ob die Vergütung "Honorar" oder "Aufwandsentschädigung" genannt wird - eine Anmeldung als Selbstständige ist auch dann verpflichtend.

    Denn wenn du formal selbstständig tätig bist, bist du quasi deine eigene Chefin und dementsprechend auch selbst für deine korrekte Anmeldung beim Finanzamt und der Sozialversicherung zuständig. Auch für das Abführen von Steuern und SV-Beiträgen bist du dann selbst verantwortlich (Stichwort Steuererklärung).

    Solange du als nebenberuflich selbstständig eingestuft wirst, kannst du dich während des Studiums studentisch krankenversichern oder über deinen 20h-Job versichert sein, falls du mit der Kombi über die 20h-Regel kommst. Dann würden nämlich von deinem Gehalt dort nicht mehr nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, sondern auch in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Dafür entfällt die studentische KV (und damit auch die Kosten dafür).

    Ausführlicheres zum Thema Selbstständigkeit findest du hier sowie in unserer Broschüre Selbstständigkeit und Studium.

    Eine Alternative wäre eventuell eine Anstellung als kurzfristig Beschäftigte. Diese Form der geringfügigen Beschäftigung ist sozialversicherungsfrei, das heißt, dass auf das Gehalt daraus weder für dich noch für die Arbeitgeber_innenseite, also den Verein, Sozialversicherungsbeiträge fällig werden. Bedingung: Der Job ist auf maximal 3 Monate befristet.
    Wenn du zudem die Arbeitszeit für das Projekt dort auf abends/nachts und aufs Wochenende legen kannst, fällt der Job unter die Ausnahmen von der 20h-Regel. Dann würdest du in deinem 20h-Job weiterhin wie bisher als Werkstudentin angemeldet sein.

    Was du grundsätzlich so alles beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort persönlich beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 13.02.2020


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