Deutscher Gewerkschaftsbund

Festes Arbeitsverhältnis + Selbständig - wer zahlt die Krankenkasse

Hallo,
ich war bisher auf der 400 Euro Basis beschäftigt und bin gleichzeitig selbständig. Also musste ich meine Krankenversicherung bis heute selbst zahlen. Nun soll ich eine feste Anstellung bekommen und möchte trotzdem meine Selbständigkeit weiter führen. Wer zahlt dann die Krankenkasse? Weiterhin ich, oder der Betrieb in dem ich fest angestellt bin?

Sabine: 13.10.2007 13:00:00 |
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  • Re: Festes Arbeitsverhältnis + Selbständig - wer zahlt die Krankenkasse

    Hallo Sabine,

    da bist du in einer schwierigen Situation, da deine Berechtigung, im studentischen Zweig der gesetzlichen Kassen krankenversichert zu sein mit dem Ende des 30. Lebensjahrs ausgelaufen ist. Gleichzeitig wirst du jedoch, sofern du im Gesamten nicht mehr als 20 Stunden arbeitest, in der Sozialversicherung als Studentin geführt.

    Deine selbstständige Tätigkeit wirkt sich auf die Krankenversicherung nicht weiter aus, so lange du nebenbei abhängig Beschäftigt bist. Nehme ich richtig an, dass du mit Festanstellung meinst, dass du mehr als 400€ bekommst? Wenn ja, werden, bleibst du unter 20 Stunden, nur Rentenversicherungsbeiträge (bis max. knapp 10% von deinem Einkommen) von deinem Bruttolohn abgeführt. Wenn nein, werden weiterhin nur vom Arbeitgeber Sozialversicherungsabgaben abgeführt, die jedoch keinen Versicherungsschutz (insb. Krankenversicherung) für dich erwirken.

    Daher sehe ich zwei Möglichkeiten. Entweder du versuchst durch Mehrarbeit den Studierendenstatus in der Sozialversicherung zu verlieren, oder du musst dich freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versichert – Kosten: ca. 120€/ Monat. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, deine Situation noch einmal mit deiner Krankenkasse zu besprechen, da sie die Gebühren einzieht.

    Zusätzlich solltest du beachten, dass bei Wegfall des Studierendenstatus noch Pflege- und Arbeitslosenversicherung (1,7% und 4,2% des Gesamtlohns, zur Hälfte von deinem Bruttolohn abgezogen, die andere Hälfte vom Arbeitgeber abgeführt) fällig werden. Für die Krankenversicherung würden 14% nach dem gleichen Anteilssystem bezahlt werden. So solltest du aufschlüsseln, was dir am Ende mehr Geld einbringt und beachten, dass dein Arbeitgeber evtl. dem Verlust des Studierendenstatus nicht zustimmt, da für ihn dann auch die Sozialversicherungskosten steigen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sören Becker
    students at work

    S@W: 16.10.2007 21:35:37


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