Deutscher Gewerkschaftsbund

Mehrere Jobs mit insg. über 400 EUR im Monat

Hallo allerseits,

nach tagelanger Recherche und zahlreichen Anfragen bei unterschiedlichsten Institutionen bin ich ziemlich verwirrt und versuche daher, hier meine Frage zu klären:

Ab dem 01.11.2007 werde ich mehrere Nebenjobs haben (zwei befristete Uni-Verträge (mit Lohnsteuerkarte) und einen unbefristeten Vertrag bei einem Planungsbüro (ohne Lohnsteuerkarte)), so dass ich vier Monate lang (Nov., Dez., Jan., Feb.) monatlich über 400 EUR verdienen werde. Muss ich da eine studentische Kankenversicherung abschließen (58,49 EUR/Mon.)? Und wie gestaltet es sich mit den Rentenversicherungsbeiträgen, die bei über 400 EUR fällig werden - welcher Arbeitgeber wird diese abführen? Und letztendlich: Gibt es nicht noch ein weitere Möglichkeit für meine Situation: Sofern ich es richtig verstanden habe, muss ich eine stud. Krankenversicherung abschließen, wenn mein Einkommen nicht regelmäßig (per definitione: mehr als 2 Monate im Kalenderjahr) 400 EUR überschreitet. Da ich aber 2007 "nur" 2 Monate (Nov., Dez.) und 2008 ebenfalls "nur" 2 Monate (Jan., Feb.) über 400 EUR/Mon. verdiene, könnte ich da in der Familienversicherung verbleiben?

Herzlichen Dank für jede Antwort,

Sergei

Sergei: 11.10.2007 13:00:00 |
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  • Re: Mehrere Jobs mit insg. über 400 EUR im Monat

    Hallo Sergei,

    grundsätzlich ist es so, dass der erste angenommene Minijob als solcher sozialversicherungsfrei weiterläuft, und dass eventuell fällige Sozialversicherungsbeiträge (Rentenverischerung bei unter 20 Stunden Gesamtarbeitszeit die Woche) dann für die später begonnenen Arbeitsverhältnisse abgeführt werden.

    Zu deinem Job im Planungsbüro ist mir nicht klar, auf welcher Basis dieser Job läuft. Auf selbstständiger (mit Honorarvertrag) oder als abhängige Beschäftigung mit Arbeitsvertrag. In ersterem Fall musst du dich vorher beim Finanzamt melden und eine Steuernummer anmelden. Zuzüglich solltest du fortlaufend Rechnungen schreiben und beachten, dass dein Auftraggeber nicht für die Unfallversicherung, Urlaubsgeld oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verantwortlich ist. Alle Risiken des Verdienstausfalls liegen auf deiner Seite. (siehe studentsatwork.org/freibe)

    Handelt es sich um eine abhängige Beschäftigung,ist mir nicht vollkommen klar, warum du ohne Lohnsteuerkarte arbeitest. Das ist nur möglich, wenn du nur kurzfristig beschäftigt bist, sprich maximal 50 Tage im Jahr oder 2 Monate am Stück. Hier werden weder für dich noch deinen Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge fällig. Aber auch hier lohnt es sich uf Lohnsteuerkarte zu arbeiten, da sonst dein Arbeitgeber 25% Lohnststeuer pauschal abführt und du keine Möglichkeit hast, diese über den Lohnststeuerjahresausgleich zurück zu bekommen. Handelt es sich nicht um eine kurzfristige Beschäftigung, läufst du in Gefahr schwarz zu arbeiten. Das kann problematisch werden, da es sich hier um einen Gesetzesübertritt handelt und fällige Sozialversicherungsbeiträge bis zu 4 Jahre im Nachhinein zurück gefordert werden können.

    Zur Krankenverischerung: Hier ist es richtig, dass du bei einem monatlichen Einkommen von über 400€ in abhängiger Beschäftigung (350€ bei Selbstständigen, Einkommen aus beiden Zweigen wird zusammen gerechnet) dich im studentischen Zweig der gesetzlichen Krankneversicherung versichern musst. Hier wird das monatliche Einkommen heran gezogen, die Übertretungen der 400€-Marke, die du ansprichst, gelten für unerwartete Mehreinnahmen. Du solltest das Vorgehen mit deiner Krankenkasse klären, evtl. lässt sich über einen Jahresausgleich die studentische Versicherung umgehen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sören Becker

    S@W: 16.10.2007 20:18:18


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