Deutscher Gewerkschaftsbund

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Studentische Aushilfe+ Werkstudent

Hallo liebes DGB-Team,

ich werde ab dem Februar 15 h die Woche in einem Projekt arbeiten bis Ende September. Daneben werde ich ab Februar als Aushilfe(520€) arbeiten. Welche Konsequenzen hat es und muss ich es vorher irgendwo anmelden oder wird automatisch der Sozialversicherungsbetrag abgezogen und hat dies auch Konsequenzen für mich als Studentin oder für mein späteres Studium ? 

Liebe Grüße

Rana : 09.01.2023 |
  • RE: Studentische Aushilfe+ Werkstudent

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Student*in darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Student, solange du immatrikuliert bist.

    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung, je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden.

    Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige Arbeitszeit (einzelne Spitzen spielen in der Regel keine Rolle) und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit. Dabei wird davon ausgegangen, dass das Studium im Vordergrund steht, wenn du als Vollzeitstudent*in nicht mehr als 20h/Woche arbeitest. Dann wirst du im Job als Werkstudent*in angemeldet.
    Bei dem sogenannten Werkstudent*innenstatus handelt es sich also um einen Status innerhalb der Sozialversicherung (SV). Auch bekannt unter der 20h-Regel, die als Orientierungsgrenze herangezogen wird.

    Als Werkstudent*in werden von deinem Gehalt nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen, nicht aber in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Krankenversicherung musst du dich dementsprechend also selbst (zB über eine studentische Krankenversicherung).

    Zur Ermittlung deines Status in der Sozialversicherung wird grundsätzlich die Arbeitszeit aus all deinen Beschäftigungen herangezogen. In deinem Fall also die durchschnittlich 15h/Woche für die Projektarbeit + Arbeitszeit aus der geringfügigen Beschäftigung bzw. dem Minijob. Nun kommt es darauf an, ob du insgesamt regelmäßig über den 20h/Woche liegst, oder nicht. Arbeitest du nämlich mehr als 20h/Woche, wirst du von deiner/m Arbeitgeber*in (AG) als Arbeitnehmerin (AN) angemeldet.

    Von der 20h-Regel gibt es dann auch noch Ausnahmen, nach denen du mehr als 20h/Woche arbeiten kannst, ohne dass sich dein Status von Werkstudent*in auf Arbeitnehmer*in verändert. Dies ist z.B. der Fall, wenn durch befristete Beschäftigungen/Arbeitszeiterhöhungen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr aufs Wochenende, nachts oder die Semesterferien fällt.

    Ansonsten ist eine volle SV-Pflicht aber gar nicht so schlimm, wie manche denken. Im Werkstudent*innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 120€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür keine weiteren Kosten für die KV. Du bist dann über den Job krankenversichert und zudem auch arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudent*in. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I), auf die Werkstudent*innen sonst keinen Anspruch haben.

    Dein Status in der Sozialversicherung ist damit also abhängig von deiner Arbeitszeit. Deine Arbeitgeber*innen melden dich dann jeweils in der Sozialversicherung an. Damit sie dies korrekt machen können, musst du mit ihnen alle relevanten Informationen über all deine Beschäftigungen teilen. Die Sozialversicherungsbeiträge werden dann entsprechend abgezogen. Wie gesagt, musst du dich als Werkstudentin jedoch selbst um deine Krankenversicherung kümmern.

    Ich hoffe, das beantwortet deine Fragen! Ansonsten kannst du dich gerne wieder an uns wenden oder auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort nutzen.

    Beste Grüße
    Cecilia
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 13.01.2023


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