Deutscher Gewerkschaftsbund

Hiwi-Job neben Hauptjob

Meine Situation:

Ich bin im 6. Semester meines Bachelorstudiums und werde im 01.2023 meinen Abschluss erhalten. Danach plane ich an einer Fernuni neben meinem Hauptjob, den ich bis dann aufgenommen habe, meinen Master zu machen. Nun möchte ich aber, bis ich meinen Abschluss habe noch eine Hiwi-Tätigkeit ausüben und hier habe ich eine zur Auswahl, die sich noch über meine Zeit als Masterstudent erstrecken würde. Ist das sinnvoll? Gibt es etwas zu beachten, wenn diese dann neben dem Hauptjob ausgeführt wird?

singendersaenger: 17.06.2022 |
  • RE: Hiwi-Job neben Hauptjob

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Student darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Studierendenstatus innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.

    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung(en), je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden.

    "Hiwi"-Job sagt dabei erstmal nichts darüber aus, um welche Jobart es sich sozialversicherungsrechtlich handelt. Verdienst du dort höchstens 450€/Monat, handelt es sich um einen Minijob (ab Oktober steigt die Grenze auf 520€/Monat).
    Verdienst du mehr als 450€/Monat, ist es eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, die dann voraussichtlich erstmal im Werkstudent*innenstatus abgerechnet wird. Wenn du dann den neuen Hauptjob aufnimmst (und damit insgesamt über 20h/Woche kommst), entfällt der Werkstudistatus und du wirst wie im Haupt- auch im Nebenjob voll sozialversicherungspflichtig.

    Steuerlich werden Minijobs in der Regel pauschal mit 2% versteuert. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi noch obendrauf dazuverdient werden.

    Wird der Minijob über deine Steuer-ID abgerechnet oder handelt es sich beim Hiwijob um eine sv-pflichtige Beschäftigung, fällst du dort in die ungünstige Lohnsteuerklasse 6, wenn du den Hauptjob aufnimmst. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs über deine Steuer-ID hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 10.347€/Jahr (plus 1200€ Werbungskostenpauschale) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest oder nur leicht drüber kommst.
    Du kannst aber im Folgejahr mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen.

    In der Steuererklärung kannst du dann auch noch Vorsorgeaufwendungen und ggf. Sonderausgaben oder höhere Werbungskosten geltend machen, was deine Einkommenssteuer nochmal reduzieren kann.

    Beachte auch die Regelungen nach dem Arbeitszeitgesetz. Demnach darfst du nicht mehr als 8h/Tag (10h/Tag bei Ausgleich) bei einer 6-Tage-Woche und damit nicht mehr als 48h/Woche abhängig beschäftigt werden.
    Arbeitest du z.B. 38h/Woche in deinem Hauptjob, kannst du noch maximal 10h/Woche in einem Nebenjob angestellt sein. Auch die gesetzlichen Pausen- und Ruhezeiten sind einzuhalten.

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort direkt beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 21.06.2022


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