Deutscher Gewerkschaftsbund

2 Jobs als Studentische Hilfskraft

Liebes dgb-Team,

derzeit übe ich zwei Jobs als studentische Hilfreiche aus, wo ich nach Stundentarif vergütet werde, aber nicht die 450 Euro monatlich übersteigt.

Nun frage ich mich, ob ich vereinzelt Monate mehr als 450 Euro verdienen darf und entscheidend ist was ich jährlich ingesamt verdiene oder darf ich jeden Monat die 450 Euro Grenze nicht überschreiten?

H.-H.: 16.06.2022 |
  • RE: 2 Jobs als Studentische Hilfskraft

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wenn du zwei Jobs miteinander kombinierst, in denen du nicht mehr als jeweils 450€/Monat verdienst, handelt es sich bei beiden um geringfügige Beschäftigungen/Minijobs. Diese werden in der Sozialversicherung (SV) zusammengerechnet.

    Verdienst du in beiden Jobs zusammen nicht mehr als 450€/Monat, werden beide nach Minijobregeln abgerechnet.
    Hier kann es sowohl auf den Jahresdurchschnitt als auch auf das tatsächliche Monatseinkommen ankommen - je nachdem, ob das Einkommen schwankt (dann zählt der Durchschnitt der Beschäftigungsmonate) oder dein Einkommen regelmäßig gleich hoch ist (dann zählt der konkrete Monatsverdienst). Aber auch dann kannst du in bis zu drei Monaten im Jahr über die 450€-Grenze kommen - wenn es unvorhergesehen ist. Das bedeutet: Springst du z.B. als Krankheitsvertretung ein und kommst deshalb über die 450e/Monat, bleibt der Minijobstatus erhalten. Arbeitest du aber mehr, weil z.B. Semesterferien sind, ist das nicht unvorhergesehen und fällt nicht unter die Drei-Monats-Ausnahme.

    Wenn du mit beiden Jobs zusammen regelmäßig auf über 450€/Monat kommst, entfällt der Minijobstatus für beide Jobs.
    Solange du mit beiden Jobs zusammen insgesamt nicht mehr als 20h/Woche arbeitest, wirst du dann in beiden als Werkstudent angemeldet. Dann fallen auf beide Gehälter je 9,3% Rentenversicherungsbeiträge an. Für die Arbeitgeber*innenseite bist du als Werkstudent übrignes günstoiger als als Minijobber, so dass das in der Regel kein Problem darstellt, falls dieser Fall eintritt.

    Zudem müssen dann aber auch beide Jobs über deine Steuer-ID abgerechnet werden, so dass du einen davon über die ungünstige Lohnsteuerklasse 6 laufen lassen müsstest. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 10.347€/Jahr (plus 1200€ Werbungskostenpauschale) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
    Du kannst aber im Folgejahr mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen.

    Solltest du nur mit einem der beiden Jobs regelmäßig auf über 450€/Monat kommen und mit dem anderen unter 450€/Monat bleiben, würde der erste im Werkstudent*innenstatus angemeldet werden, der zweite weiterhin als Minijob laufen.
    Dann könnte dieser Minijob auch pauschal mit 2% versteuert werden. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden.
    Wird der Minijob aber über deine Steuer-ID abgerechnet, fällst du dort auch in dieser Kombination in Steuerklasse 6 und es passiert das gleiche wie oben beschrieben.

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 21.06.2022


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