Deutscher Gewerkschaftsbund

Wechsel von der PK zur GK zwischen Bachelor und Master?

Hallo, ich habe folgende Frage.. 

Ich habe mich zu Beginn meines Bachelor Studiums 2019 dazu entschieden mich über eine Mutter (Beamtin) privat mitversichern zu lassen, weil das wohl nur halb so teuer im Monat ist, als wenn ich mich gesetzlich versichert hätte. Allerdings war auch da schon klar, dass ich das Studium bis 25 abschließen muss, weil sonst laut ihrer Aussage die Beiträge ins unermessliche steigen würden. Jetzt zeichnet es sich langsam ab, dass ich bis 25 nicht fertig seinm werde mit meinem Studium. Ich schließe im Oktober meinen Bachelor ab, allerdings hat da schon das 7. Semester begonnen und möchte anschließend Geld erarbeiten und reisen oder andersherum. Den Master werde ich dann voraussichtlich erst im Oktober 2023 beginnen. Ich würde nun gern wissen, ob es eine Möglichkeit gibt in dieser Pause zwischen Bachelor und Master die Krankenversicherung zu wechselne etwa durch ein Arbeitsverhältnis? Und sollte das gehen, was würde dann nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses passieren? Und außerdem: da ich ja das 7. Semester noch antrete, allerdings nur 2 Wochen davon nutze und dann exmatriuliert werde, ist es da überhaupt möglich eine Vollzeit Stelle (nicht auf 450 Euro BAsis) zu beginnen? Welche Nachteile könnten sich für mich aus dem Wechsel der Krankenversicherung ergeben? Kann ein Wechsel auch erfolgen durch Abschluss einer Auslandskrankenversicherung über einen gewissen Zeitraum? 

Vielen Dank für die Beantwortung meiner zahlreichen Fragen. :) 

LG Caro

Caro : 15.06.2022 |
  • RE: Wechsel von der PK zur GK zwischen Bachelor und Master?

    Hallo Caro,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Du wirst automatisch gesetzlich krankenversichert, wenn du eine Vollzeitstelle antrittst. Dabei spielt es keine Rolle, ob du noch immatrikuliert bist oder nicht - außer es handelt sich um eine kurzfristige Beschäftigung (die wäre sozialversicherungsfrei und du müsstest dich selbst privat weiterversichern, solange du noch eingeschrieben bist).
    Innerhalb des Sozialversicherung giltst du ganz regulär als voll sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmerin, sobald du
    a.) neben dem Studium regelmäßig mehr als 20h/Woche abhängig beschäftigt bist
    b.) nach dem Studium/ab Exmatrikulation mehr als 450€/Monat in abhängiger Beschäftigung verdienst.
    Es recht also im Zweifel auch schon ein Teilzeitjob aus.

    Für deine korrekte Anmeldung ist die Arbeitgeber*innenseite zuständig. Du müsstest dich aber vorher für eine gesetzliche Krankenkasse entscheiden und diese dann bei Jobbeginn angeben. Dann wirst du dort als gesetzlich Versicherte angemeldet.

    Wenn du dann nächstes Jahr im Oktober ein Masterstudium beginnst, gilt die Befreiung von der Versicherungspflicht aus dem Bachelorstudium nicht mehr und du kannst dich ganz normal gesetzlich studentisch kranken- und pflegeversichern.
    Solltest du dich dafür entscheiden, dich doch wieder privat über deine Mutter mitversichern zu lassen, kommst du da während des Masterstudiums nicht mehr raus (Ausnahme: du arbeitest neben dem Studium dann mehr als 20h/Woche, s.o.). Fällt die Mitversicherung bei deiner Mutter dann weg, musst du ab deinem 25. Geburtstag die entsprechenden Kosten einplanen.

    Wenn du zwischendurch länger ins Ausland gehst, müsstest du schauen, wie du dann sinnvoll krankenversichert werden kannst. Die gesetzliche Pflichtversicherung über den Job läuft nur, solange du arbeitest. Hörst du auf zu arbeiten, ohne dass ein anderer Versicherungstatbestand eintritt, müsstest du dich entweder gesetzlich freiwillig oder wieder privat versichern.
    Was da dann für dich sinnvoller ist, kann ich nicht einschätzen. Auch nicht, ob du eine spezielle Auslandskrankenversicherung benötigst. Für Reisen innerhalb der EU reicht in der Regel die eigene gesetzliche Versicherung in Deutschland, wenn die weiterläuft. Ansonsten kommt es darauf an, wohin und wie lange du reist. In manchen Ländern ist beim Visum quasi eine Krankenversicherung inkludiert, in den meisten aber nicht. Bei privaten Versicherung solltest du unbedingt checken, was alles abgedeckt ist, ggf. macht auch eine private Zusatzversicherung fürs Ausland neben einer gesetzlichen Versicherung in Deutschland Sinn.

    Ich sag's mal salopp: Solange nichts passiert, kann eine private KV günstiger sein. Sobald was passiert und du in Vorleistung gehen oder höhere Eigenbeteilungskosten decken musst, kann es schon schwieriger werden.
    Lass dich am besten unabhängig von Spezialist*innen beraten. Es gibt z.B. einen Bundesverband der Versicherungsberater*innen wo du eine Liste mit Berater*innen findest: www.bvvb.de. Auch spezialisierte Anwält*innen (Sozialrecht) oder der Bund der Versicherten können dazu beraten sowie ggf. auch die Verbraucherzentrale in deinem Bundesland (da kommt es darauf an, ob die eine*n Spezialist*in im Team haben).
    Zur gesetzlichen KV kannst du dich auch direkt bei einer gesetzlichen Krankenkasse beraten lassen. Such dir einfach mal im Internet 2-3 raus, die du ansprechend findest und ruf dort mal durch.

    Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort direkt beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 21.06.2022


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