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Werksstudent + Minijob + freiwilliges Praktikum

Hallo, 

ich studiere derzeit im 3.Fachsemster im Master und gehe nebenbei einem Werksstudentenjob mit 15h und einem Minijob mit 5h die Woche nach, um die 20h Grenze nicht zu überschreiten. 

Jetzt habe ich allerdings ein freiwilliges Praktikum angeboten bekommen, das auch vergütet werden soll. Das Praktikum soll auf die vorlesungsfreie Zeit begrenzt sein, ist mein Studentenstatus dennoch in Gefahr? Und würde es sich anbieten dies als kurzfrstige Beschäftigung laufen zu lassen? Oder gibt es bessere Alternativen? 

Liebe Grüße,

Michelle

mich_elle: 10.01.2022 |
  • RE: Werksstudent + Minijob + freiwilliges Praktikum

    Hallo Michelle,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Zunächst einmal: du darfst neben dem Studium so viel arbeiten und verdienen wie du möchtest. Solange du immatrikuliert bist ändert sich dadurch nichts an deinem Studierendestatus an deiner Uni oder Hochschule.

    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung, je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden. Allerdings hat die Arbeit Einfluss auf deinen Werkstudierendenstatus, deine studentische Versicherung und ggf. auf BAföG, falls du das bekommst.

    Wenn du ein freiwilliges Praktikum absolvierst, wird das in der Sozialversicherung wie ein reguläres Beschäftigungsverhältnis angesehen. Je nach Umfang und Einkommenshöhe musst du dann entsprechend angemeldet werden. Ein freiwilliges Praktikum kann also - je nachdem, welcher Kriterien erfüllt sind - als Minijob, als kurzfristige Beschäftigung, als Werkstudijob oder voll sozialversicherungspflichtig abgerechnet werden – je nachdem welche Jobart auf dein Praktikum zutrifft. Das freiwillige Praktikum zählt – anders als Pflichtpraktika – grundsätzlich zu den 20h/Woche dazu. Du kannst nicht einfach entscheiden, dass das Praktikum als ein bestimmter Job angemeldet werden soll, sondern die Rahmenbedingungen ergeben die Jobart.

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr als oder bis zu 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudent_in oder als voll sv-pflichtige_r Arbeitnehmer_in angemeldet.

    Ausnahmen sind in der vorlesungsfreien Zeit und unter bestimmten Umständen bei Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit möglich. Letzteres gilt nur für auf maximal 26 Wochen befristete Beschäftigungen, bei denen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit auf abends/nachts oder das Wochenende fällt.

    Solltest du das Praktikum also wirklich ausschließlich in der vorlesungsfreien Zeit absolvieren, so hast du keine Auswirkungen auf deinen Werkstudent_innenstatus in den anderen Jobs.

    Beachte: Egal ob Praktikum oder nicht - das Arbeitszeitgesetz gilt. Dieses regelt eine tägliche Maximalarbeitszeit von 8h (ausnahmsweise: 10h). Das sind bei einer 5-Tageswoche 40h (ausnahmsweise 50) und bei einer 6-Tage-Woche eine wöchentliche Maximalarbeitszeit von 48h (ausnahmsweise: 60h).

    Es ist wichtig, dass du allen Arbeitgebern deine jeweils andere(n) Tätigkeit(en) mitteilst. Dazu bist du verpflichtet, damit die Sozialversicherungsbeiträge und ggf. Steuern korrekt gezahlt werden können.

    Mehr zum Thema Jobkombination, auch z.B. was steuerlich passiert, kannst du hier nachlesen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Miriam
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 10.01.2022


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