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(14. Januar 2022). Achtung! Derzeit kann krankheitsbedingt keine Beratung stattfinden. Demnächst sind wir dann wieder uneingeschränkt für euch da.

Werkstudent und Minijob

Hallo, 

ich studiere und würde demnächst gerne eine Werkstudententätigkeit ausüben. Kann man den Werkstudenten und einen 400 Euro job kombinieren, ohne Steuern zahlen zu müssen? 

Ich weiß, dass es einen Freibetrag gibt und das man 450 euro steuerfrei verdienen darf. Werden die (in meinem Fall) 400 Euro dann in den Freibetrag einberechnet oder könnte ich 750 euro Werki und 400 Euro Nebenjob Steuerfrei verdienen? Das wären im Jahr 13800 Euro. 

Liebe Grüße 

Laura

Laura Anna-Maria: 09.01.2022 |
  • RE: Werkstudent und Minijob

    Hallo Laura,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Zunächst einmal: du darfst neben dem Studium so viel arbeiten und verdienen wie du möchtest. Solange du immatrikuliert bist ändert sich dadurch nichts an deinem Studierendestatus an deiner Uni oder Hochschule.

    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung, je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden. Allerdings hat die Arbeit Einfluss auf deinen Werkstudierendenstatus, deine Familienversicherung ggf. auf BAföG, falls du das bekommst.

    Solltest du derzeit über die Familie krankenversichert sein, ist weiterhin für dich dann eine andere Grenze maßgeblich. Im Minijobstatus liegt diese bei 450 Euro pro Monat. Ohne Minijob liegt sie bei 470 Euro (+ 83,30 Euro ; Stand 2021). Du könntest also ca. 538 Euro pro Monat verdienen, ohne dich selbst studentisch krankenversichern zu müssen. Wenn du nicht das ganze Jahr über 470 Euro verdienst, ist es evtl. möglich in einzelnen Monaten etwas mehr zu verdienen, ohne die Familienmitversicherung zu verlieren. Das kannst du dann am besten mit deiner Krankenkasse abklären. (Hintergrund hier ist, dass es sich bei den 83,30 Euro um einen auf Monate umgelegten jährlichen Betrag von 1.000 Euro handelt, der auch in weniger Monaten geltend gemacht werden kann, wenn nicht das ganze Jahr gearbeitet wird).

    Bei den Steuern gibt es keine Besonderheiten für Studierende zu beachten. Einkommen aus einem Werkstudent_innenjob als auch Minijobs sind grundsätzlich steuerpflichtig. Allerdings nicht schon ab dem ersten Cent.
    Der Steuergrundfreibetrag beträgt 9.984 Euro/Jahr (plus 1000 Euro Werbungskostenpauschale). Erst wenn du mehr verdienst, wird Einkommenssteuer fällig – und auch nur auf den Betrag, der deinen Freibetrag (plus ggf. Vorsorgeaufwendungen, Sonderausgaben oder höhere Werbungskosten) übersteigt. Ob tatsächlich Steuern fällig werden, hängt also nicht davon ab, ob du als Werkstudentin oder normale Arbeitnehmerin angemeldet wirst, sondern davon, wie viel du tatsächlich verdienst.

    Beim Minijob hast du 2 verschiedene Möglichkeiten der Besteuerung:

    a)  Wenn dein Minijob über Steuer-ID abgerechnet wird und du so den Minijob gemeinsam mit deinem anderen versteuerst, so gilt für beide gemeinsam der jährliche Steuergrundfreibetrag i.H.v. 9.984 Euro (Stand 2021). Zu diesem hinzu kommt, dass du von deinem Einkommen noch Werbungskosten i.H.v. mindestens 1.000 Euro und ggf. Vorsorgeaufwendungen und Sonderausgaben abziehen kannst. Nur derjenige Teil deines Einkommens, der dann noch den Steuerfreibetrag überschreitet wird am Ende tatsächlich besteuert, zunächst auch nur mit dem Eingangssteuersatz von 14%.
    In der Regel wird nun aber im zweiten Job Lohnsteuer eingezogen, selbst dann die Jahresfreibetragsgrenze voraussichtlich nicht überschritten wird. Das hängt mit den Steuerklassen zusammen. Zu viel gezahlte Beiträge kannst du dir am Jahresende per Steuererklärung zurückerstatten lassen oder bereits im Vorfeld auf Antrag einen Teil deines Freibetrags auf den anderen Job übertragen. Mehr dazu hier.

    b)  Wenn dein Minijob pauschal mit 2% versteuert wird, so zählt das Einkommen aus dem Minijob nicht mehr in dein zu versteuerndes Jahreseinkommen, du kannst dir wiederum aber auch evtl. insgesamt zu viel bezahlte Steuern nicht zurückerstatten lassen.

    Du kannst dir überlegen welche Art der Besteuerung bei deinem Minijob für dich vorteilhafter ist. Mit dem Minijob-Rechner der Minijobzentrale kannst dir die Option auch mit Pauschalsteuer berechnen lassen.

    Es ist wichtig, dass du allen Arbeitgebern deine jeweils andere(n) Tätigkeit(en) mitteilst. Dazu bist du verpflichtet, damit die Sozialversicherungsbeiträge und ggf. Steuern korrekt gezahlt werden können.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Miriam
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 10.01.2022


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