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Bafög + Steuerklasse 6

Guten Tag,

ich bin Studentin und bekomme voll Bafög. Ich habe einen 100 euro/Monat Job und einen anderen Job mit Buchbare Schichten. D.h. Lohnabhängige Beschäftigung.

Habe die Steuerklasse 3 für den ersten Job und 6 für den zweiten Job.

Wie kann ich die höhe Abzüge von dem zweiten Job vermeiden? kann ich die Steuerklassen zwischen den beiden Jobs umtauschen? da ich im zweiten Job mehr verdiene als beim ersten Job

Wenn ich aus beiden Jobs nicht mehr als 450 € verdiene, bin ich verpflichtet, den Bafögamt über die zwei Jobs zu informieren?

Für einen Monat habe ich brutto gerechnet für mehr als 450 € insgesamt gearbeitet, aber Netto (Also minus Abzüge) komme ich wieder auf 450 €. Soll ich den Bafögamt über diesen Monat informieren?

Vielen Dank im Voraus

Raghad: 23.11.2021 |
  • RE: Bafög + Steuerklasse 6

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Für eine korrekte Berechnung des BAföG bist du verpflichtet immer korrekt anzugeben welches Einkommen du hast. Du solltest also dem BAföG Amt von allen Jobs erzählen. Die Einkommenberechnung bei BAföG erfolgt im Durchschnitt über alle Monate im bewilligungszeitraum verteilt. Solltest du über den Freibeträgen liegen, dann kann es sein, dass du weniger BAföG bekommst.

    Bei der Kombination von zwei Beschäftigungen unter 450€ (Fall 4), mit denen du zusammen mehr als 450€ verdienst, werden beide zusammen betrachtet und es gibt gar keinen Minijob mehr. Beide müssen „regulär“ angemeldet werden, was bei Studierenden die regelmäßig nicht mehr als 20h/Woche arbeiten heißt: als Werkstudent_in. Du kannst bis zu 3 Monaten im Jahr auch mehr als 450€ verdienen, wenn es unvorhergesehen mehr Lohn war, und trotzdem im Minijob angemeldet bleiben.

    Zur Konsequenz hat dies, dass in beiden Tätigkeiten anteilig Rentenversicherungsbeiträge fällig werden, für deine Arbeitgeber_innen die vollen, für dich etwas reduzierte Beiträge, da du dich im. Midijob zw. 450,01€ und 1.300€ befindest. Anders als beim Minijob hast du nicht mehr die Möglichkeit, dich von der Rentenversicherung befreien zu lassen bzw. dein_e Arbeitgeber_in übernimmt nicht mehr den größeren Anteil am Beitrag.

    Beim Minijob hast du 2 verschiedene Möglichkeiten der Besteuerung:

    a)  Wenn dein Minijob über Steuer-ID abgerechnet wird und du so den Minijob gemeinsam mit deinem anderen versteuerst, so gilt für beide gemeinsam der jährliche Steuergrundfreibetrag i.H.v. 9744€ (Stand 2021). Zu diesem hinzu kommt, dass du von deinem Einkommen noch Werbungskosten i.H.v. mindestens 1.000€ und ggf. Vorsorgeaufwendungen und Sonderausgaben abziehen kannst. Nur derjenige Teil deines Einkommens, der dann noch den Steuerfreibetrag überschreitet wird am Ende tatsächlich besteuert, zunächst auch nur mit dem Eingangssteuersatz von 14%.
    In der Regel wird nun aber im zweiten Job Lohnsteuer eingezogen, selbst dann die Jahresfreibetragsgrenze  voraussichtlich nicht überschritten wird. Das hängt mit den Steuerklassen zusammen. Zu viel gezahlte Beiträge kannst du dir am Jahresende per Steuererklärung zurückerstatten lassen oder bereits im Vorfeld auf Antrag einen Teil deines Freibetrags auf den anderen Job übertragen. Mehr dazu hier.

    b)  Wenn dein Minijob pauschal mit 2% versteuert wird, so zählt das Einkommen aus dem Minijob nicht mehr in dein zu versteuerndes Jahreseinkommen, du kannst dir wiederum aber auch evtl. insgesamt zu viel bezahlte Steuern nicht zurückerstatten lassen.

    Du kannst dir überlegen welche Art der Besteuerung bei deinem Minijob für dich vorteilhafter ist. Mit dem  Minijob-Rechner der Minijobzentrale kannst dir

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Miriam
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 24.11.2021


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