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Zwei Minijobs und kurzfristig über 20 Stunden/Woche arbeiten

Guten Tag,

ich habe eine geringfügige Beschäftigung, bei welcher ich nur am Wochenende arbeite und unter 450€ verdiene. Ich würde gerne drei Wochen intensiv (30-40Std./Woche) auf dem Weihnachtsmarkt arbeiten, da ich keine Module mehr Belege und nur noch die Abschlussarbeit im Studium fehlt. Ich habe gelesen, dass ich während des Semesters aber nur 20 Std/Woche arbeiten darf. Gibt es trotzdem eine Möglichkeit (zB via kurzfristiger Beschäftigung) über einen kurzen Zeitraum deutlich mehr Stunden zu arbeiten und mehr als 450€ zu verdienen, ohne dass man den Studentenstatus verliert(geht mir vor allem darum, weiterhin familienversichert zu bleiben)?

Danke und beste Grüße 

Bjarne

Bjarne: 18.11.2021 |
  • RE: Zwei Minijobs und kurzfristig über 20 Stunden/Woche arbeiten

    Hallo Bjarne,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Student darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Studierendenstatus innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort im Job. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudent oder voll sv-pflichtig als Arbeitnehmer angemeldet.
    Das ist aber nur für Jobs relevant, die nicht geringfügig sind (Gehalt >450€/Monat, nicht kurzfristig).
    Für geringfügige Beschäftigngen gelten - unabhängig vom Studierendenstatus - eigene gesetzliche Regelungen.

    Du kannst daher problemlos neben deinem 450€-Minijob noch einer kurzfristigen Beschäftigung nachgehen. Die 20h-Regel ist in der Kombi irrelevant und bei letzterer gibt es keine Einkommensgrenze. Das Gehalt daraus wird zudem auch nicht bei der gesetzlichen Familienversicherung mit eingerechnet.

    Beachte aber, dass ggf. Steuern anfallen können. Das hängt davon ab, wieviel du verdienst und wie dein bisheriger Minijob versteuert wird.

    Steuerlich werden Minijobs in der Regel pauschal mit 2% versteuert. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden.
    Wird dein Minijob allerdings über deine Steuer-ID abgerechnet, musst du einen der Jobs über die ungünstige Lohnsteuerklasse 6 laufen lassen. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9744€/Jahr (plus 1000€ Werbungskostenpauschale) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
    Du kannst aber im Folgejahr mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen. Das Geld ist also nicht futsch, sondern die "Auszahlung" quasi verzögert ;-)

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 23.11.2021


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