Deutscher Gewerkschaftsbund

Achtung: Aktuelle Infos!


Überschneidung von freiwilligem Praktikum und Werkstudentenjob

Hallo!

Momentan arbeite ich als Werkstudentin für 20 h/Woche an einem Institut. Mein Vertrag ist befristet und endet am 30.12.21. Nun habe ich die Möglichkeit ein freiwilliges Praktikum ab 15.12.2021 zu beginnen. Ein späterer Beginn ist leider nicht möglich. Über den AG des freiwilligen Praktikums werde ich krankenversichert. 

Frage: Kann es zu Problemen bei der Überschneidung meiner Werkstudententätigkeit und des freiwilligen Praktikums um 2 Wochen kommen? Kann ich womöglich meinen Werkstudentenstatus verlieren, sodass ich für die letzten 2 Wochen meiner Werkstudentenstelle sozialversicherungspflichtig werde? 

Danke für die Antwort!

Sarah: 11.10.2021 |
  • RE: Überschneidung von freiwilligem Praktikum und Werkstudentenjob

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Zunächst einmal: du darfst neben dem Studium so viel arbeiten und verdienen wie du möchtest. Solange du immatrikuliert bist ändert sich dadurch nichts an deinem Studierendestatus an deiner Uni oder Hochschule.

    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung, je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden. Allerdings hat die Arbeit Einfluss auf deinen Werkstudierendenstatus, deine Familienversicherung bzw. studentische Versicherung und ggf. auf BAföG, falls du das bekommst.

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr als oder bis zu 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudent_in oder als voll sv-pflichtige_r Arbeitnehmer_in angemeldet.

    Wenn du ein freiwilliges Praktikum absolvierst, wird das in der Sozialversicherung wie ein reguläres Beschäftigungsverhältnis angesehen. Je nach Umfang und Einkommenshöhe musst du dann entsprechend angemeldet werden. Ein freiwilliges Praktikum kann also - je nachdem, welcher Kriterien erfüllt sind - als Minijob, als kurzfristige Beschäftigung, als Werkstudijob oder voll sozialversicherungspflichtig abgerechnet werden. Das Praktikum zählt also genauso wie dein Werkstudent_innenjob zu den 20h/Woche dazu.

    Ein Wechsel im Status in der Sozialversicherung ist übrigens kein Kündigungsgrund! Auch an deinem Status als Studi an der Hochschule ändert das nichts. Du musst allerdings deine Arbeitgeber_innen über deine jeweilige andere Tätigkeit  informieren. Für die korrekte Anmeldung sind sie zuständig.

    Mehr zum Thema Jobkombination, auch z.B. was steuerlich passiert, kannst du hier nachlesen.

    Egal ob Praktikum oder nicht: das Arbeitszeitgesetz gilt. Dieses regelt eine tägliche Maximalarbeitszeit von 8h (ausnahmsweise: 10h). Das sind bei einer 5-Tageswoche 40h (ausnahmsweise 50) und bei einer 6-Tage-Woche eine wöchentliche Maximalarbeitszeit von 48h (ausnahmsweise: 60h). Hier solltest du prüfen, ob es von den Arbeitszeiten überhaupt zulässig ist, dass du beides parallel machst.

    Es ist wichtig, dass du allen Arbeitgebern deine jeweils andere(n) Tätigkeit(en) mitteilst. Dazu bist du verpflichtet, damit die Sozialversicherungsbeiträge und ggf. Steuern korrekt gezahlt werden können.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Miriam
    DGB-Jugend Studierendenberatung

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns bei Facebook.
    Und: Solidarität geht immer! Jetzt Gewerkschaftsmitglied werden

    dgb-jugend: 13.10.2021


Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.



Ich habe die Datenschutzerklärung der DGB-Jugend gelesen.