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Vergütetes Pflichtpraktikum (unter Minijob-Grenze) neben Werkstudententätigkeit

Guten Tag,

ich bin Studentin im 5. Fachsemester, freiwillig in der gesetzlichen Krankenvericherung versichert und würde gern neben meiner Werkstudententätigkeit (20h pro Woche) in Teilzeit mein Pflichtpraktikum (16h pro Woche, Vergütung unter der Minijob-Grenze) absolvieren. Von Seiten der Praktikumsstelle wurde das so genehmigt, allerdings gibt es auf Seiten meines Arbeitgebers als Werkstudentin obwohl es sich um ein Pflichtpraktikum handelt die Befürchtung, durch das Pflichtpraktikum höhere Abgaben zu zahlen zu müssen oder gegen Regularien zu verstoßen. Meines Wissens nach zählt ein Pflichtpraktikum auch wenn es eine Vergütung gibt als Teil des Studiums und hat keinen Effekt auf den Werkstudentenstatus. Ist das so korrekt und wenn ja, wissen Sie vielleicht, auf welche Gesetze oder Verordnungen ich mich beziehen kann um das zu belegen?

Ganz herzlichen Dank

Jessie: 06.10.2021 |
  • RE: Vergütetes Pflichtpraktikum (unter Minijob-Grenze) neben Werkstudententätigkeit

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Bei einem Pflichtpraktikum handelt es sich nicht um ein Arbeitsverhältnis, sondern um einen Teil deiner Ausbildung. Damit ist es nicht sozialversicherungspflichtig. Die Stunden des Praktikums zählen nicht zu der 20h Regel.

    Allerdings handelt es sich nur um ein Pflichtpraktikum, wenn du die erforderlichen Stunden, die in deiner Prüfungsordnung festgeschrieben sind, ableistest. Häufig kommt es vor, dass das Praktikum über den Pflichtteil hinaus weiter läuft. Sollte bei dir genau 100 Tage festgelegt sein, dann sind auch nur diese 100 Tage als Pflichtpraktikum zu bewerten. Sollte in deiner Prüfungsordnung stehen, dass dein Praktikum mindestens 100 Tage dauern muss, dann können auch die Tage über die 100 Tage hinaus als Pflichtpraktikum gewertet werden. In ersteren Fall kann es passieren, dass die Stunden über der Pflichtteil hinaus einen Einfluss auf deinen Werkstudent_innenstatus haben.

    Wenn sich dein_e Arbeitgeber_innen unsicher sind, dann können sie sich auch an deine Krankenkasse wenden. Die hat meistens auch einen Service für Arbeitgeber_innen und können die Situation so bestätigen.

    Es ist wichtig, dass du allen Arbeitgebern deine jeweils andere(n) Tätigkeit(en) mitteilst. Dazu bist du verpflichtet, damit die Sozialversicherungsbeiträge und ggf. Steuern korrekt gezahlt werden können.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Miriam
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 08.10.2021


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