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Minijob und aushilfsjob

Hallo, 

Ich stehe vor folgender frage: 

Im Sommer habe ich in der Vorlesungsfreienzeit in einem Großbetrieb Schichten gearbeitet (>2000€). Jetzt habe ich im Semester einen minijob an meiner Uni (<400€) angenommen und möchte zusätzlich noch einen aushilfsjob annehmen (<450€). Wie wirkt sich das auf die Steuern aus? Hat das überhaupt Auswirkungen, da man ja einen Freibetrag von ca.8000 Euro haben darf. Ich bin mir dan nur nicht sicher ob das Geld vom ferienjob dort mit rein gerechnet werden ?  

Vielen Dank für eure Hilfe.

Tina

Tina: 06.10.2021 |
  • RE: Minijob und aushilfsjob

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Zunächst einmal: du darfst neben dem Studium so viel arbeiten und verdienen wie du möchtest. Solange du immatrikuliert bist ändert sich dadurch nichts an deinem Studierendestatus an deiner Uni oder Hochschule.

    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung, je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden. Allerdings hat die Arbeit Einfluss auf deinen Werkstudierendenstatus, deine studentische Versicherung und ggf. auf BAföG, falls du das bekommst.

    Bei Steuern gibt es keine Besonderheiten für Studierende zu beachten. Sowohl Einkommen aus einem Werkstudent_innenjob als auch die Vergütung für eine Bachelorarbeit sind grundsätzlich steuerpflichtig. Allerdings nicht schon ab dem ersten Cent. 
    Der Steuergrundfreibetrag beträgt 9.744€/Jahr (plus 1000€ Werbungskostenpauschale). Erst wenn du mehr verdienst, wird Einkommenssteuer fällig – und auch nur auf den Betrag, der deinen Freibetrag (plus ggf. Vorsorgeaufwendungen, Sonderausgaben oder höhere Werbungskosten) übersteigt. Ob tatsächlich Steuern fällig werden, hängt also nicht davon ab, ob du als Bachelorandin, Werkstudentin oder normale Arbeitnehmerin angemeldet wirst, sondern davon, wie viel du tatsächlich verdienst. Eventuell zu viel gezahlte Beiträge kannst du dir per Steuererklärung zurückerstatten lassen.

    Beim Minijob hast du 2 verschiedene Möglichkeiten der Besteuerung:

    a)  Wenn dein Minijob über Steuer-ID abgerechnet wird und du so den Minijob gemeinsam mit deinem anderen versteuerst, so gilt für beide gemeinsam der jährliche Steuergrundfreibetrag i.H.v. 9744€ (Stand 2021). Zu diesem hinzu kommt, dass du von deinem Einkommen noch Werbungskosten i.H.v. mindestens 1.000€ und ggf. Vorsorgeaufwendungen und Sonderausgaben abziehen kannst. Nur derjenige Teil deines Einkommens, der dann noch den Steuerfreibetrag überschreitet wird am Ende tatsächlich besteuert, zunächst auch nur mit dem Eingangssteuersatz von 14%.
    In der Regel wird nun aber im zweiten Job Lohnsteuer eingezogen, selbst dann die Jahresfreibetragsgrenze  voraussichtlich nicht überschritten wird. Das hängt mit den Steuerklassen zusammen. Zu viel gezahlte Beiträge kannst du dir am Jahresende per Steuererklärung zurückerstatten lassen oder bereits im Vorfeld auf Antrag einen Teil deines Freibetrags auf den anderen Job übertragen. Mehr dazu hier.

    b)  Wenn dein Minijob pauschal mit 2% versteuert wird, so zählt das Einkommen aus dem Minijob nicht mehr in dein zu versteuerndes Jahreseinkommen, du kannst dir wiederum aber auch evtl. insgesamt zu viel bezahlte Steuern nicht zurückerstatten lassen.

    Du kannst dir überlegen welche Art der Besteuerung bei deinem Minijob für dich vorteilhafter ist.

    Beachte allerdings: Bei der Kombination von zwei Beschäftigungen unter 450€ (Fall 4), mit denen du zusammen mehr als 450€ verdienst, werden beide zusammen betrachtet und es gibt gar keinen Minijob mehr. Beide müssen „regulär“ angemeldet werden, was bei Studierenden die regelmäßig nicht mehr als 20h/Woche arbeiten heißt: als Werkstudent_in.

    Zur Konsequenz hat dies, dass in beiden Tätigkeiten anteilig Rentenversicherungsbeiträge fällig werden, für deine Arbeitgeber_innen die vollen, für dich etwas reduzierte Beiträge, da du dich im. Midijob zw. 450,01€ und 1.300€ befindest. Anders als beim Minijob hast du nicht mehr die Möglichkeit, dich von der Rentenversicherung befreien zu lassen bzw. dein_e Arbeitgeber_in übernimmt nicht mehr den größeren Anteil am Beitrag. Du hättest dementsprechend dann auch nicht mehr von der Möglichkeit die Pauschalbesteuerung in Anspruch zu nehmen.

    Es ist wichtig, dass du allen Arbeitgebern deine jeweils andere(n) Tätigkeit(en) mitteilst. Dazu bist du verpflichtet, damit die Sozialversicherungsbeiträge und ggf. Steuern korrekt gezahlt werden können.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Miriam
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 06.10.2021


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