Deutscher Gewerkschaftsbund

Achtung: Aktuelle Infos!


Von Vollzeit zu Werkstudent Gehalt

Hallo, 

Ich arbeite aktuell Vollzeit in einem Unternehmen. Ab Oktober werde ich studieren, jedoch weiterhin bei dem gleichen Unternehmen als Werkstudentin tätig sein.

Es geht um eine Beschäftigung bis Max 450€ im Monat. Nun wurde mir vorgeschlagen, dass wir mein aktuelles Nettogehalt runterrechnen, sodass wir die Stunden für entsprechend 450€ erhalten.

Müsste man nicht eigentlich das Brutto Gehalt runterrechnen? 
bsp. 15€/h brutto -> 450:15= 30h pro Monat 

Mit dem Vorschlag des AG würde ich doch weniger Stundenlohn als vorher erhalten und er würde von den Einsparungen der Abgaben profitieren oder habe ich einen Denkfehler? 


Vielen Dank im Voraus für eine Antwort! 

melie: 31.08.2021 |
  • RE: Von Vollzeit zu Werkstudent Gehalt

    Hallo Melie,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wenn du den Job soweit reduzierst, dass du dort nicht mehr als 450€/Monat verdienst, handelt es sich um einen Minijob. Du wirst dann nicht als Werkstudentin, sondern als Minijobberin angemeldet. Das heißt, dein eigenes Gehalt ist brutto = netto - bis auf 3,6% Rentenversicherung (RV). Darüber hinaus sind Minijobs grundsätzlich sozialversicherungsfrei. Von der RV kannst du dich im Minijob auch ganz befreien lassen, erwirbst dann aber dementsprechend keine Rentenansprüche daraus.

    Minijobs sind jedoch nur für die Arbeitnehmer_innenseite sozialversicherungsfrei - Arbeitgeber_innen müssen 28% Sozialpauschale (plus ggf. 2% Pauschsteuer) bezahlen. Das ist also sogar noch teurer als eine voll sv-pflichtige Beschäftigung.
    Vermutlich möchte dein AG deshalb dein Nettogehalt umrechnen - so bekommst du unterm Strich netto nicht weniger als vorher und er bekommt die hohen Sozialabgaben etwas abgepuffert.

    Was eventuell für euch beide günstiger und in Bezug auf deine Gehaltshöhe transparenter wäre, wäre eine Reduzierung der Arbeitszeit so, dass du auf knapp über 450€/Monat brutto rauskommst.
    Du kannst dann als Werkstudentin angemeldet. Dann fallen auf dein Gehalt für dich 9,3% RV an - und für deinen AG ebenfalls nur 9,3% RV.
    Dafür könntet ihr deinen Bruttostundenlohn 1:1 umrechnen und würdet beide von den etwas geringeren Sozialabgaben profitieren.

    Falls es dir bei der Reduzierung auf 450€/Monat um eine Rückkehr in die Familienversicherung geht:
    Die Einkommensgrenze in der gesetzlichen Familienversicherung beträgt 470€/Monat (das entspricht ca. 553€/Monat brutto) ODER 450€/Minijob. Du kannst also problemlos auch etwas mehr als 450€/Monat verdienen - solange es brutto nicht über 553@/Monat sind. Erst wenn du mehr verdienst, musst du dich selbst studentisch kranken- und pflegeversichern (um die 100€/Monat).

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook!
    Übrigens: Solidarität geht immer! Mitglied werden

    dgb-jugend: 13.09.2021


Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.



Ich habe die Datenschutzerklärung der DGB-Jugend gelesen.