Deutscher Gewerkschaftsbund

Achtung: Aktuelle Infos!


Teilzeit-Stelle in Studienabschlussphase -> Werkstudentin oder 'normal' sozialversicherungspflichtig?

Hallo an alle,

aktuell schließe ich mein Masterstudium ab und erstelle meine Masterarbeit, welche ich voraussichtlich im Oktober 2021 abgeben werde. Danach benötigen meine Prüfer*innen jedoch noch 6-8 Wochen für die Benotung bis anschließend mein Zeugnis ausgegeben werden kann. D.h. bis November/Dezember 2021 werde ich noch weiterhin als Studierende immatrikuliert sein. Und gleichzeitig arbeiten.

Ab Oktober 2021 werde ich eine 'normale' Teilzeitstelle (19,5 Std./Woche) beginnen, mein vorheriger Arbeitsvertrag (20%-Teilzeit als Werkstudentin, zahle studentische Krankenversicherung selbst) endet zum 30.09.2021.

Meine Unklarheit ist nun: ich bin in der Zeit meines neuen Arbeitsvertrags (ab Oktober 2021) weiterhin immatrikuliert, werde jedoch 'normal in Teilzeit' angestellt, d.h. auch sozialversicherungspflichtig. Was sollte ich nun mit meinem Arbeitgeber kommunizieren?

1. Muss ich automatisch als Werkstudentin eingestuft werden (ich bleibe in meiner studentischen KV und reiche eine Immatrikulationsbescheinigung ein)? Sobald ich mich exmatrikuliert habe, ändere ich meinen Status beim AG?

2. Ist es auch möglich, ganz normal (komplett) sozialversicherungspflichtig in 19,5-Stunden-Teilzeit angestellt zu sein und die paar Wochen noch Studierendenstatus zu haben? Hätte diese Vorgehensweise auch Vorteile?

Ich danke sehr für die Hilfe und Beratung, da ich hierzu einfach keine eindeutige Antwort finden konnte. Es handelt sich ja nur um ein paar Wochen der Übergangsphase, ich möchte gar nicht unbedingt Werkstudentin sein.

Freundliche Grüße

V. N.

V. N. : 12.07.2021 |
Tags:
  • RE: Teilzeit-Stelle in Studienabschlussphase -> Werkstudentin oder 'normal' sozialversicherungspflichtig?

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Zunächst einmal: du darfst neben dem Studium so viel arbeiten und verdienen wie du möchtest. Solange du immatrikuliert bist ändert sich dadurch nichts an deinem Studierendestatus an deiner Uni oder Hochschule.

    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung, je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden. Allerdings hat die Arbeit Einfluss auf deinen Werkstudierendenstatus, deine studentische Versicherung und ggf. auf BAföG, falls du das bekommst.

    Die Frage, ob du als Werkstudent_in der Sozialversicherung giltst, hat nichts damit zu tun, ob einzelne Jobs als Werkstudent_innen-Jobs bezeichnet werden, sondern damit, ob du insgesamt hauptsächlich arbeitest oder hauptsächlich studierst. Und das bemisst sich daran, ob du regelmäßig mehr als 20h/Woche arbeitest oder nicht. Grundsätzlich zählen deshalb bei der Berechnung derjenigen Wochen, in denen mehr als 20h/Woche gearbeitet wird, alle Tätigkeiten, egal ob es sich dabei um kurzfristige, reguläre oder geringfügig bezahlte Beschäftigungen (Minijobs) handelt. Es werden dabei auch keine Durchschnittswerte aus den Monaten gebildet.

    Der Werkstudierenden-Status in der Sozialversicherung endet mit dem Monat, in dem du vom Gesamtergebnis deiner (letzten) Prüfungsleistung schriftlich unterrichtet wurdest. Wenn du also schon ein (vorläufiges) Zeugnis bekommen hast, kommt für dich der Werkstudi-Status sowieso nicht mehr in Betracht.

    Wenn du dein Studium beendet hast, dann giltst du nicht mehr als studentisch Beschäftigte_r selbst wenn du noch eingeschrieben bist und musst in deinem Job voll sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden. Auch die studentische Krankenversicherung gilt dann für dich nicht mehr: Der Werkstudierenden-Status in der Sozialversicherung endet mit dem Monat, in dem du vom Gesamtergebnis deiner (letzten) Prüfungsleistung schriftlich unterrichtet wurdest. Das kann auch z.B. in einem Onlineprüfungsportal sein und beschränkt sich nicht auf das Zeugnis, so dass du nicht erst auf das Zeugnis warten musst. Gerade mit Einschränkungen wegen Corona kommt es in der Hochschulverwaltung durchaus zu Verzögerungen.

    Du hast gegenüber deiner_m Arbeitgeber_in Melde- und Informationspflichten und musst also Bescheid sagen, dass du mit dem Studium fertig bist. Genauso musst du Bescheid sagen, dass du noch studierst und wirst vermutlich zu Beginn des Jobs als Werkstudent_in gemeldet.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Miriam
    DGB-Jugend Studierendenberatung

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns bei Facebook.
    Und: Solidarität geht immer! Jetzt Gewerkschaftsmitglied werden

    dgb-jugend: 19.07.2021


Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.



Ich habe die Datenschutzerklärung der DGB-Jugend gelesen.