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Praktikum freiwillig & pflicht: Kündigung & Arbeitszeugnis

Guten Tag,

Ich bin aktuell in einem Praktikum und nicht ganz zufrieden. Der Vertrag und meine damit  einhergehenden Rechte sind etwas kompliziert und werfen für mich Fragen auf.
Die Dauer umfasst befristet
3 Monate Pflichtpraktikum UND 3 Monate freiwilliges Praktikum in einem Vertrag mit beiden Zeiträumen einzeln aufgeschrieben.
Ich bin ziemlich unzufrieden, da meine versprochene erfahrene Betreuerin weg ist, da ich teilweise einfach in "fachfremden" Bereichen aushelfen muss wo jemand fehlt und kaum zu meinen (sehr einseitigen, nicht meinem Skill entsprechenden) Aufgaben komme.
Die Probleme angesprochen habe ich schon sehr früh und dabei kam Vertröstung, dass es besser wird und  ich mich erstmal reinfinden muss. Da ist aber leider nichts passiert.

Daher jetzt die Frage:
Kann ich nur den freiwilligen Teil kündigen? Ich benötige den Pflichtteil für mein Studium und würde dieses auch den Umständen entsprechend durchziehen um die Leistung fertig zu bekommen. Anfangs dachte ich mir ich mache ein längeres Praktikum um mehr zu lernen, was aber leider echt nicht der Fall ist oder sein wird.
Dazu auch: Da meines wissens nach nur mit Abschluss des Praktikums ein Zeugniss oder ähnliches zusteht, wäre die Kündigung da ein Problem, dass ich keine Nachweis für meine Studienleistung bekomme?

Zum Vertrag: Es ist kein Absatz zur Kündigung definiert und auch nichts zur Probezeit. Deswegen bin ich doppelt überfragt wie es rechtlich mit der Kündigung von eigentlich einem von "zwei Praktika" in einem Vertrag aussieht.

Vielen Dank

Sober: 13.06.2021 |
  • RE: Praktikum freiwillig & pflicht: Kündigung & Arbeitszeugnis

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Pflichtpraktikum muss arbeitsrechtlich einen Ausbildungscharakter haben und wird als Teil des Studiums betrachtet. Sollte das nicht der Fall sein, dann wende dich am besten auch an deine Hochschule und versuche mit Unterstützung deiner Betreuer_innen eine Lösung zu finden. Vielleicht kommt auch ein Wechsel der Praktikumsstelle in Betracht.

    Wenn du ein freiwilliges Praktikum absolvierst, wird das in der Sozialversicherung wie ein reguläres Beschäftigungsverhältnis angesehen. Je nach Umfang und Einkommenshöhe musst du dann entsprechend angemeldet werden. Ein freiwilliges Praktikum kann also - je nachdem, welcher Kriterien erfüllt sind - als Minijob, als kurzfristige Beschäftigung, als Werkstudijob oder voll sozialversicherungspflichtig abgerechnet werden. Natürlich kannst du den Job kündigen. Wenn in deinem Arbeitsvertrag nichts zu Kündigung steht, dann gelten die gesetzlichen Bestimmungen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Miriam
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 18.06.2021


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