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Pflichtpraktikum + WHK-Stelle -> Steuer

Hallo,

ich bin schon seit längerem als WHK mit 4h/Woche angestellt, wodurch ich etwas mehr als 200€ im Monat verdiene. Nun habe ich zum 01.05. ein Pflichtpraktikum im Rahmen des Studiums mit 30 Wochenstunden begonnen, für das ich 1.100€ monatlich bekomme. Von der Bezügestelle der WHK wurde mir nun mitgeteilt, dass für mich maschinell die Steuerklasse 6 eingetragen wurde, ich wohl ein weiteres Arbeitsverhältnis eingegangen bin und nun diverse Angaben zu diesem Arbeitsverhältnis machen müsse. Mir war bewusst, dass ich eine Mehrfachbeschäftigung angeben muss, aber nicht dass ein Pflichtpraktikum steuerrechtlich als Arbeitsverhältnis betrachtet wird.

Habe ich jetzt eine Alternative zu Steuerklasse 6 oder läuft es sowieso darauf hinaus? So wie ich das  auffasse, ist die WHK-Stelle jetzt Steuerklasse 6, das Praktikum hingegen Steuerklasse 1, was ja die bessere Variante als andersherum wäre. Wie kann ich das ändern lassen, falls es doch umgekehrt ist?

Vielen Dank und viele Grüße
Anna

Anna: 11.06.2021 |
  • RE: Pflichtpraktikum + WHK-Stelle -> Steuer

    Hallo Anna,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Grundsätzlich wird jedes Arbeitseinkommen versteuert – das Geld vom Pflichtpraktikum ist lediglich sozialversicherungsfrei. Du hast die Möglichkeit die Steuerklasse 6 zu umgehen indem du den Job an der Uni (er ist mit unter 450€ ein Minijob) pauschal versteuerst. Beim Minijob hast du 2 verschiedene Möglichkeiten der Besteuerung:

    a) Wenn dein Minijob über Steuer-ID abgerechnet wird und du so den Minijob gemeinsam mit deinem anderen versteuerst, so gilt für beide gemeinsam der jährliche Steuergrundfreibetrag i.H.v. 9744€ (Stand 2021). Zu diesem hinzu kommt, dass du von deinem Einkommen noch Werbungskosten i.H.v. mindestens 1.000€ und ggf. Vorsorgeaufwendungen und Sonderausgaben abziehen kannst. Nur derjenige Teil deines Einkommens, der dann noch den Steuerfreibetrag überschreitet wird am Ende tatsächlich besteuert, zunächst auch nur mit dem Eingangssteuersatz von 14%.
    In der Regel wird nun aber im zweiten Job Lohnsteuer eingezogen, selbst dann die Jahresfreibetragsgrenze  voraussichtlich nicht überschritten wird. Das hängt mit den Steuerklassen zusammen. Zu viel gezahlte Beiträge kannst du dir am Jahresende per Steuererklärung zurückerstatten lassen oder bereits im Vorfeld auf Antrag einen Teil deines Freibetrags auf den anderen Job übertragen. Mehr dazu hier.

    b) Wenn dein Minijob pauschal mit 2% versteuert wird, so zählt das Einkommen aus dem Minijob nicht mehr in dein zu versteuerndes Jahreseinkommen, du kannst dir wiederum aber auch evtl. insgesamt zu viel bezahlte Steuern nicht zurückerstatten lassen.

    Du kannst dir überlegen welche Art der Besteuerung bei deinem Minijob für dich vorteilhafter ist.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort nutzen oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Miriam
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 18.06.2021


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