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Werkstudententätigkeit 20h/Woche + Honorartätigkeit

Hallo,

 ich habe einen unbefristeten Werkstudentenvertrag bei dem ich 20h/Woche arbeite. Da ich aus dem Fitnessbereich komme, wurde mir eine Honorartätigkeit für die Durchführung von Kursen angeboten, die allerdings am Abend und während der Woche stattfinden soll. Diese Stelle würde ich gerne zusätzlich noch annehmen. Ist dies zusammen mit meiner Werkstudententätigkeit überhaupt möglich, um meinen Studentenstatus nicht zu verlieren? Worauf muss ich achten? Zählt die Honorartätigkeit zu den 20 Wochenstunden dazu? 

Viele Grüße 

Lisa: 10.06.2021 |
  • RE: Werkstudententätigkeit 20h/Woche + Honorartätigkeit

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Zunächst einmal: du darfst neben dem Studium so viel arbeiten und verdienen wie du möchtest. Solange du immatrikuliert bist ändert sich dadurch nichts an deinem Studierendestatus an deiner Uni oder Hochschule.

    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung, je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden. Allerdings hat die Arbeit Einfluss auf deinen Werkstudierendenstatus, deine studentische Versicherung und ggf. auf BAföG, falls du das bekommst.

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr als oder bis zu 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudent_in oder als voll sv-pflichtige_r Arbeitnehmer_in angemeldet. Damit die Sozialversicherungsträger_innen davon ausgehen können, dass dein Studium weiterhin im Vordergrund steht, ist die 20-Stunden-Regel wichtig. Leider gibt es bei selbstständig Tätigen oftmals verschiedene Handhabungen zu dieser Regel. Denn einige Krankenkassen unterstellen noch Vor- und Nachbereitungszeiten. Deshalb wird als weiche Grenze eher 15-18h pro Woche angesetzt.

    Ausnahmen sind in der vorlesungsfreien Zeit und unter bestimmten Umständen bei Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit möglich. Letzteres gilt nur für auf maximal 26 Wochen befristete Beschäftigungen, bei denen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit auf abends/nachts oder das Wochenende fällt. Es gelten aber auch bei Selbstständigen die Ausnahmen der abhängig Beschäftigten: Arbeitszeit nachts, am Wochenende sowie in der vorlesungsfreien Zeit wird nicht betrachtet. Dabei darf aber nicht mehr als 26 Wochen in einem Zeitraum von einem Jahr über 20 Stunden wöchentlich gearbeitet werden. Bei dieser Grenzen werden dann die Arbeitszeiten aus all deinen Tätigkeiten zusammen gerechnet.

    Die GKV hat in einem Schreiben vom 09.04.2020 erläutert, dass ein Abweichen von der 20h Regel Corona bedingt auch außerhalb der Abend-, Nacht- und Wochenendzeiten möglich ist, solange es keine Präsenzveranstaltungen bzw. ein eingeschränktes Online Angebot gibt. Das gilt jedoch auch nur für eine auf 26 Wochen befristete Beschäftigung.

    Frage aber am besten bei allen Fragen auch bei deiner Krankenkasse, wie sie konkret verfährt. Es gibt zwar allgemeine Richtlinien, aber im Endeffekt trifft die Krankenkasse die Entscheidung, wie sie dich versichert.

    Beachte: wenn du nicht mehr in der studentischen Versicherung sein kannst und dich freiwillig versichern musst, kann es sogar sinnvoll sein nicht mehr als Werkstudent_in angemeldet zu werden, sondern voll sozialversicherungspflichtig zu arbeiten und damit auch über den Job krankenversichert zu sein.

    Für eine korrekte Anmeldung solltest du bei deinem Job von deine selbstständigen Tätigkeit melden. Dazu bist du im Rahmen deiner Informations- und Meldepflichen verpflichtet.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort nutzen oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Miriam
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 18.06.2021


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