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2 Nebenjobs gleichzeitig

Hallo,

ich bin ab dem 01.06. als immatrikulierte wissenschaftliche Hilfskraft beschäftigt (450 Euro Job). Die Arbeitszeit beträgt 35 Stunden pro Monat und das Arbeitsverhältnis endet am 31.08.. Ich kann vom 03.06. bis 13.06. eine weitere Tätigkeit ausüben, die auf diese 10 Tage befristet ist. Jetzt bin ich mir unsicher, wie viele Stunden ich im zweiten Job arbeiten darf. Darf die Stundenanzahl von Job 1 und Job 2 zusammen höchstens 20h pro Woche ergeben, oder dürfte ich innerhalb dieser 2 Wochen auch darüber gehen? Also in Job 1 8,75h pro Woche arbeiten und in Job 2 beispielsweise 16h pro Woche? Für Job 2 ist noch nicht festgelegt, ob ich als Werkstudentin oder 450 Euro Kraft eingestellt werde. Was wäre erlaub? Kann ich neben einer Werkstuditätigkeit (Job 2) auch den Minijob (Job 1) ausüben? Danke und viele Grüße

vans_22: 28.05.2021 |
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  • RE: 2 Nebenjobs gleichzeitig

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Zunächst einmal: du darfst neben dem Studium so viel arbeiten und verdienen wie du möchtest. Solange du immatrikuliert bist ändert sich dadurch nichts an deinem Studierendestatus an deiner Uni oder Hochschule.

    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung, je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden. Allerdings hat die Arbeit Einfluss auf deinen Werkstudierendenstatus, deine studentische Versicherung und ggf. auf BAföG, falls du das bekommst.

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr als oder bis zu 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudent_in oder als voll sv-pflichtige_r Arbeitnehmer_in angemeldet.

    Ausnahmen sind in der vorlesungsfreien Zeit und unter bestimmten Umständen bei Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit möglich. Letzteres gilt nur für auf maximal 26 Wochen befristete Beschäftigungen, bei denen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit auf abends/nachts oder das Wochenende fällt.

    Die GKV hat in einem Schreiben vom 09.04.2020 erläutert, dass ein Abweichen von der 20h Regel Corona bedingt auch außerhalb der Abend-, Nacht- und Wochenendzeiten möglich ist, solange es keine Präsenzveranstaltungen bzw. ein eingeschränktes Online Angebot gibt. Das gilt jedoch auch nur für eine auf 26 Wochen befristete Beschäftigung. Frag am besten deine Krankenkasse wie sie das auslegt und umsetzt.

    Vermutlich wäre in dem Fall von einem Job an 10 Tagen eine kurzfristige Beschäftigung sinnvoll.

    Sollte beides als Minijob laufen, dann würden bei der Kombination von zwei Beschäftigungen unter 450€ (Fall 4), mit denen du zusammen mehr als 450€ verdienst, beide zusammen betrachtet und es gibt gar keinen Minijob mehr. Beide müssen "regulär" angemeldet werden, was bei Studierenden die regelmäßig nicht mehr als 20h/Woche arbeiten heißt: als Werkstudent_in.

    Zur Konsequenz hat dies, dass in beiden Tätigkeiten anteilig Rentenversicherungsbeiträge fällig werden, für deine Arbeitgeber_innen die vollen, für dich etwas reduzierte Beiträge, da du dich im. Midijob zw. 450,01€ und 1.300€ befindest. Anders als beim Minijob hast du nicht mehr die Möglichkeit, dich von der Rentenversicherung befreien zu lassen bzw. dein_e Arbeitgeber_in übernimmt nicht mehr den größeren Anteil am Beitrag.

     

    Mehr zum Thema Jobkombination, auch z.B. was steuerlich passiert, kannst du hier nachlesen.

    Es ist wichtig, dass du allen Arbeitgebern deine jeweils andere(n) Tätigkeit(en) mitteilst. Dazu bist du verpflichtet, damit die Sozialversicherungsbeiträge und ggf. Steuern korrekt gezahlt werden können.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Miriam
    DGB-Jugend Studierendenberatung

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns bei Facebook.
    Und: Solidarität geht immer! Jetzt Gewerkschaftsmitglied werden

    dgb-jugend: 28.05.2021


  • RE: 2 Nebenjobs gleichzeitig

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage. Bitte stell Anfragen in Zukunft in einem eigenen Thema.

    Zunächst einmal: du darfst neben dem Studium so viel arbeiten und verdienen wie du möchtest. Solange du immatrikuliert bist ändert sich dadurch nichts an deinem Studierendestatus an deiner Uni oder Hochschule.

    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung, je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden. Allerdings hat die Arbeit Einfluss auf deinen Werkstudierendenstatus, deine Krankenversicherung und ggf. auf BAföG, falls du das bekommst.

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr als oder bis zu 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudent_in oder als voll sv-pflichtige_r Arbeitnehmer_in angemeldet. Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit (einzelne Spitzen spielen in der Regel keine Rolle). Es geht hierbei darum herauszufinden, ob dein Studium oder deine Arbeit im Vordergrund stehen. Es werden die Stunden aus alle deinen Jobs zusammen genommen. Also bist du in allen Werkstudent_in oder musst in allen sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden.

    Gerade bei der teuren freiwilligen Krankenversicherung kann es sich lohnen nicht als Werkstudent_in zu arbeiten. Wenn die Ausnahmen der Werkstudent_innenregel für dich nicht mehr greifen heißt das, das in deinem Job für dich und dein_e Arbeitgeber_in Sozialversicherungsbeiträge in alle Zweige der Sozialversicherung fällig werden (knapp 20% für jede Seite, für dich im Übergangsbereich bis 1.300 etwas reduziert). Mit der Werkstudent_innenregel sind es nur Rentenversicherungsbeiträge, für dich i.H.v. maximal 9,3%.

    Bei einer Anmeldung als voll-sozialversicherungspflichtig beschäftigt erwirbst du dann aber auch die entsprechenden Ansprüche, z.B. auf Krankenversicherung über den Job oder u.U. auch Ansprüche auf Arbeitslosengeld nach dem Studium. Die Kosten für deine eigene studentische Kranken- und Pflegeversicherung würden dabei entfallen.

    Ein Wechsel im Status in der Sozialversicherung ist übrigens kein Kündigungsgrund!

    Es ist wichtig, dass du allen Arbeitgebern deine jeweils andere(n) Tätigkeit(en) mitteilst. Dazu bist du verpflichtet, damit die Sozialversicherungsbeiträge und ggf. Steuern korrekt gezahlt werden können.

    Mehr zum Thema Jobkombination, auch z.B. was steuerlich passiert, kannst du hier nachlesen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort nutzen oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Miriam
    DGB-Jugend Studierendenberatung

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich bei deiner Mitgliedsgewerkschaft beraten lassen.

    dgb-jugend: 14.06.2021


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