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Urlaubssemester aufgrund "falscher" Ablehnung

ich wurde von der GEW hierhin weitergeleitet. Im Folgenden erkläre ich meinen Anliegen und möchte fragen, ob Sie mir helfen könnten.
Ich bewarb mich am 03.07.2018 um einen Studienplatz in Master of Arts Erziehungswissenschaft an der Universität zu Köln. Am 08.10.2018 erhielt ich fälschlicherweise einen Ablehnungsbescheid. Als Ablehnungsgrund wurden angeblich fehlende (allgemein-)erziehungswissenschaftliche Inhalte in meinem Bachelorstudium (BA Pädagogik der Kindheit an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe) angegeben. Daraufhin habe ich mehrfach versucht bei dem zuständigen Prüfungsamt noch vor Semesterbeginn eine erneute Prüfung meiner Bewerbung zu veranlassen: Ich bin mehrmals diesbezüglich beim Prüfungsamt vorstellig geworden und am 17.09.2018 erhielt das Prüfungsamt auch eine E-Mail des Studiengangsleiters meines Bachelorstudiums um die ausreichenden erziehungswissenschaftlichen Inhalte meines Bachelorstudiums nachzuweisen. Am 06.11.2018 reichte ich eine Eingabe gegen den Ablehnungsbescheid ein. In dieser Eingabe bewies ich schließlich die erziehungswissenschaftlichen Inhalte meines Bachelorstudiums. Mir wurde daraufhin am 05.12.2018 eine Zulassung erteilt und meine Eingabe akzeptiert. Zu diesem Zeitpunkt war das Wintersemester 2018/19 schon so weit fortgeschritten, dass ich an keinen Veranstaltungen mehr teilnehmen und auch keine Prüfungen mehr ablegen konnte.

Ich bat bereits vor der Einschreibung beim Prüfungsamt darum, dieses „leere“ Semester als beitragsfreies Urlaubssemester anzuerkennen. Diese Bitte wurde abgelehnt mit der Begründung, dass Studierende im ersten Semester nicht beurlaubt werden dürfen und, dass die Frist für die Beantragung des Urlaubssemesters schon abgelaufen war. Diese Frist endete zu einem Zeitpunkt als ich weder abgelehnt noch eingeschrieben war. Auch meine Bitte um eine Verschiebung der Einschreibung auf das Sommersemester 2019 wurde von der Prüfungsamtmitarbeiterin abgelehnt, mit der Begründung, dass der Studiengang Masters Erziehungswissenschaft nur zum Wintersemester angefangen werden darf. Die Umstände, dass ich nur aufgrund der fälschlichen Ablehnung und der zu späten zweiten Prüfung meiner Bewerbung überhaupt in diese Lage gekommen bin, wurde nicht berücksichtigt. Das Prüfungsamt bot mir zu diesem Zeitpunkt und bis heute keine andere Möglichkeit an, als mich für das erste Semester zu immatrikulieren und dieses als volles Fachsemester auf meiner Studienverlaufsbescheinigung aufgeführt zu haben.
Auch eine Erstattung meines Semesterbeitrages wurde bis jetzt abgelehnt. Lediglich wurde mir der Beitrag für das Semesterticket erstattet.


Es stimmt einfach nicht, dass ich ganz normal für das erste Semester eingeschrieben war und mich freiwillig dazu entschieden hätte keine Prüfungen abzulegen. Genau dies steht aber aktuell auf meiner Studienverlaufsbescheinigung, die ich beim Ausländeramt abgeben muss. Dies könnte allerdings sehr weitreichende Folgen für mich haben, z.B. dass mein Aufenthaltstitel nicht verlängert wird und ich das Studium nicht abschließen kann.
Seit März 2019 habe ich sehr viele Briefe hin und her an das Studierendensekretariat geschickt, allerdings ohne Erfolg. Mir wird immer wieder gesagt, dass eine Beurlaubung hochschulrechtlich unmöglich ist und dass es mein Risiko war, als Bewerberin abgelehnt zu werden, und dass solche Fälle "sehr oft" vorkommen und dass man für mich keine besondere Ausnahme machen könne.

Wissen Sie was ich weiteres machen könnte oder an wen ich mich diesbezüglich wenden könnte?

kv999: 25.05.2021 |
  • RE: Urlaubssemester aufgrund "falscher" Ablehnung

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Bitte beachte als allererstes: Wir können und dürfen hier nur allgemeine Auskünfte geben, die keine individuell verbindliche, persönliche Beratung sind. Trotzdem gebe ich dir gerne ein paar Hinweise.

    Gerade in Fragen, die den Aufenthaltsstatus berühren, spielen häufig viele individuelle Faktoren mit hinein und es ist sehr sinnvoll, im Vorfeld eine darauf spezialisierte Beratung zu nutzen. Wo es diese gibt, weiß evt. dein AStA oder das International Office deiner Hochschule.

    Grundsätzlich ist es leider tatsächlich so, dass in vielen Hochschulgesetzen ein Urlaubssemester im 1. Semester nicht möglich ist. Du kannst es natürlich auf Grund deiner individuellen Situation trotzdem versuchen. Dazu müsstest du einen schriftlichen Antrag stellen und innerhalb der Widerspruchsfrist von 4 Wochen nach Eingang des Ablehnungsbescheids einlegen. Vermutlich wird das zum jetzigen Zeitpunkt noch schwieriger, weil das Wintersemester bereits vorbei ist. Und wenn die Situation im Landeshochschulgesetz do eindeutig geregelt ist, dann müsstest du vermutlich gegen die Uni klagen, wenn dabei überhaupt eine Chance besteht. Leider können wir dir dazu keine rechtliche Einschätzung geben, ob und wenn ja welche Erfolgsaussichten das hat.

    Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und ggf. Rechtsschutz über deine Mitgliedsgewerkschaft.

    Auch kannst du bei euch an der Uni/FH mal schauen, ob es eine kostenlose (Hochschul-)Rechtsberatung für Studierende, z.B. über den AStA gibt und dich dort erstberaten lassen.

    Gibt es das nicht oder ist eine Auskunft nicht möglich, dann kannst du dich ggf. über Beratungshilfe bei eine_r/m Anwält_in deiner Wahl beraten lassen und, wenn nötig, Prozesskostenhilfe beantragen.

    Da Hochschulrecht ein sehr spezielles Thema ist, wende dich in jedem Fall an deinen AStA!

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Miriam
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 27.05.2021


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