Deutscher Gewerkschaftsbund

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Werkstudentin + 2 Minijobs

Hallo liebes BeraterInnen-Team,

letztes Jahr habe ich ein Studium in Hamburg aufgenommen. Um mich finanziell etwas unabhängiger zu machen und gleichzeitig Berufserfahrung zu sammeln, habe ich mich auf verschiedene Nebenjobs beworben und auch angetreten.

Zum 01.04. habe ich einen Job als studentische Hilfskraft an meiner Uni begonnen mit 24 h/Monat. Laut meiner Ansprechpartnerin handelt es sich hierbei also um eine geringfügige Beschäftigung und keinen Werkstudentenvertrag.

Zum 22.04. habe ich einen Werkstudentenjob angefangen mit sehr flexiblen Arbeitszeiten, d.h. mal arbeite ich 5 Std die Woche, mal überhaupt nicht. Dies kann ich mir flexibel einteilen und hängt davon ab, wie viel Bedarf herrscht. 

Nun habe ich ein weiteres Jobangebot an meiner Uni als studentische Hilfskraft erhalten für 25h/Monat. Somit komme ich auf 49h/Monat bei beiden Tätigkeiten als studentische Hilfskraft und über 450€ Verdienst im Monat. Sehe ich es richtig, dass diese beiden Minijobs dann als Midijob in Gleitzone kombiniert werden und sozialversicherungspflichtig sind? Ich also über den Arbeitgeber versichert bin, und wir beide Abgaben zahlen müssen? Für mich würde sich das durchaus lohnen, da ich aufgrund meines Alters meine KV selbst bezahlen muss. Laut eines Online-Rechners würde ich dann Abgaben von ca. 70 Euro haben, statt jetzt 111 Euro allein für die KV zahlen zu müssen.

Hat dieses Beschäftigungsverhältnis dann auch noch Auswirkungen auf meine Werkstudententätigkeit?

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Henri92: 11.05.2021 |
  • RE: Werkstudentin + 2 Minijobs

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Zunächst einmal: du darfst neben dem Studium so viel arbeiten und verdienen wie du möchtest. Solange du immatrikuliert bist ändert sich dadurch nichts an deinem Studierendestatus an deiner Uni oder Hochschule.

    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung, je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden. Allerdings hat die Arbeit Einfluss auf deinen Werkstudierendenstatus, deine Krankenversicherung und ggf. auf BAföG, falls du das bekommst.

    Ja es ist richtig, dass deine beiden Stellen an der Uni zusammen gerechnet werden und damit dann als Midijob angerechnet werden. Wenn du an der gleichen Uni arbeitest, dann ist das auch ein_e Arbeitgeber_in und hier werden grundsätzlich alle Verträge zusammen genommen.

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr als oder bis zu 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudent_in oder als voll sv-pflichtige_r Arbeitnehmer_in angemeldet. Dabei werden die Arbeitsstunden von allen Jobs zusammen gerechnet. Ob in deinem Vertrag Werkstudent_in steht ist dafür unerheblich, ob du als Werkstudent_in angemeldet wirst oder nicht. Ein Wechsel im Status in der Sozialversicherung ist übrigens kein Kündigungsgrund!

    Beachte auch, dass du wenn du 30 Jahre wirst, dann in die freiwillige Krankenversicherung fällst (sollten keine Verlängerungsgründe der studentischen KV vorliegen). Diese beträgt monatlich knapp 190€ und ist damit nochmal deutlich teurer als die studentische Versicherung. Solltest du voll sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein, dann musst du dich nicht freiwillig versichern sondern wirst über die Jobs versichert.

    Es ist wichtig, dass du allen Arbeitgebern deine jeweils andere(n) Tätigkeit(en) mitteilst. Dazu bist du verpflichtet, damit die Sozialversicherungsbeiträge und ggf. Steuern korrekt gezahlt werden können.

    Mehr zum Thema Jobkombination, auch z.B. was steuerlich passiert, kannst du hier nachlesen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort nutzen oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Miriam
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 12.05.2021


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