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2 Jobs gleichzeitig- Steuerauswirkungen?

Hallo!

Ich studiere und habe nebenbei einen Job als studentische Hilfskraft, der eher mehr dem Spaß dient, als das ,,große Geld" zu verdienen, d.h. im Monat verdiene ich (unregelmäßig) 30€. Jetzt möchte ich noch einem Minijob nachgehen, wo ich auch nicht mehr als 450€ verdienen werde. Der studentische Hilfsjob wird als Steuerklasse 1 abgerechnet, kann der Minijob mit der Pauschalsteuer berechnet werden? Wenn ja, hat dies doch keine Auswirkungen auf mich direkt, d.h. ich muss keine Steuererklärung oder Ähnliches einreichen oder? Oder was gibt es für Optionen?

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen!

Janika: 21.04.2021 |
  • RE: 2 Jobs gleichzeitig- Steuerauswirkungen?

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Zunächst einmal: du darfst neben dem Studium so viel arbeiten und verdienen wie du möchtest. Solange du immatrikuliert bist ändert sich dadurch nichts an deinem Studierendestatus an deiner Uni oder Hochschule.

    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung, je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden. Allerdings hat die Arbeit Einfluss auf deinen Werkstudierendenstatus, deine  Familienversicherung bzw. deine studentische Versicherung und ggf. auf BAföG, falls du das bekommst.

    Wenn du in beiden Jobs nicht mehr als jeweils 450€/Monat verdienst, handelt es sich bei beiden um geringfügige Beschäftigungen/Minijobs. Diese werden in der Sozialversicherung (SV) zusammengerechnet. Kommst du dann insgesamt auf über 450€/Monat, entfällt der Minijobstatus für beide Jobs.

    Verdienst du in beiden Jobs zusammen nicht mehr als 450€/Monat, werden beide nach Minijobregeln abgerechnet. Dann fallen jeweils 3,6% Rentenversicherungsbeiträge an. Von diesen kannst du dich auch befreien lassen, erwirbst dann aber dementsprechend keine Rentenansprüche daraus.

    Beim Minijob hast du 2 verschiedene Möglichkeiten der Besteuerung:

    a) Wenn dein Minijob über Steuer-ID abgerechnet wird und du so den Minijob gemeinsam mit deinem anderen versteuerst, so gilt für beide gemeinsam der jährliche Steuergrundfreibetrag i.H.v. 9744€ (Stand 2021). Zu diesem hinzu kommt, dass du von deinem Einkommen noch Werbungskosten i.H.v. mindestens 1.000€ und ggf. Vorsorgeaufwendungen und Sonderausgaben abziehen kannst. Nur derjenige Teil deines Einkommens, der dann noch den Steuerfreibetrag überschreitet wird am Ende tatsächlich besteuert, zunächst auch nur mit dem Eingangssteuersatz von 14%.
    In der Regel wird nun aber im zweiten Job Lohnsteuer eingezogen, selbst dann die Jahresfreibetragsgrenze  voraussichtlich nicht überschritten wird. Das hängt mit den Steuerklassen zusammen. Zu viel gezahlte Beiträge kannst du dir am Jahresende per Steuererklärung zurückerstatten lassen oder bereits im Vorfeld auf Antrag einen Teil deines Freibetrags auf den anderen Job übertragen. Mehr dazu hier.

    b) Wenn dein Minijob pauschal mit 2% versteuert wird, so zählt das Einkommen aus dem Minijob nicht mehr in dein zu versteuerndes Jahreseinkommen, du kannst dir wiederum aber auch evtl. insgesamt zu viel bezahlte Steuern nicht zurückerstatten lassen.

    Du kannst dir überlegen welche Art der Besteuerung bei deinem Minijob für dich vorteilhafter ist.

    Es ist wichtig, dass du allen Arbeitgebern deine jeweils andere(n) Tätigkeit(en) mitteilst. Dazu bist du verpflichtet, damit die Sozialversicherungsbeiträge und ggf. Steuern korrekt gezahlt werden können.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Miriam
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 27.04.2021


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