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Studentenstatus zurückbekommen

Guten Tag,

ich bin momentan Vollzeit Student und über die Familienversicherung versichert. Es bietet mir sich nun die Gelegenheit zu einem sehr guten Teilzeitjob nebenbei, allerdings beträgt meine wöchentliche Studenzahl dort 25h.

Dies bedeutet ich verliere meinen Studentenstatus, fliege aus der Familienversicherung heraus und muss jegliche Art von Beiträgen zahlen.

Nun zu meiner Frage: Ist es möglich den Studentenstatus wiederzuerlangen? Also wenn ich den Job dann kündige und wieder nur studiere (und vielleicht einen minijob habe) muss ich dann trotzdem noch alle Beiträge (Sozialversicherung etc) bezahlen oder werde ich wieder zum Vollzeitstudent und bekomme den Studentenstatus wieder?

StellaKK: 26.03.2021 |
  • RE: Studentenstatus zurückbekommen

    Hallo Stella,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Bei der gesetzlichen Familienversicherung kommt es in deinem Alter nicht zwingend auf den Studierendenstatus an (bis zu deinem 23. Geburtstag könntest du auch als Nicht-Erwerbstätige noch über deine Eltern familienversichert sein), sondern auf deine Einkommenshöhe. Die Einkommensgrenze in der gesetzlichen Familienversicherung beträgt 470€/Monat (das entspricht ca. 553€/Monat brutto) ODER 450€/Minijob. Verdienst du mehr, musst du dich selbst studentisch kranken- und pflegeversichern (um die 110€/Monat).

    Mit Studierendenstatus meinst du wahrscheinlich den sogenannten Werkstudent_innenstatus. Dabei handelt es sich lediglich um einen Status innerhalb der Sozialversicherung (SV), den Vollzeitstudent_innen in der Regel immer dann innehaben, wenn sie nicht mehr als 20h/Woche arbeiten. Sie gelten dann als "ordentliche Studierende" im Sinne der Sozialversicherung. Auf deinen Studierendenstatus innerhalb der Uni hat das übrigens keinen Einfluss, dort hast du den Studierendenstatus, solange du immatrikuliert bist - auch wenn du 25h/Woche arbeitest oder sogar noch mehr.

    Je nachdem, welche Voraussetzungen du bzw. dein Job erfüll(s)t, musst du im Job nur entsprechend angemeldet werden. Ändert sich etwas, z.B. weil du dauerhaft weniger arbeitest und/oder weniger verdienst, ändert sich auch dein Status innerhalb der SV entsprechend.

    Das heißt, du kannst problemlos eine Zeit lang als voll sv-pflichtige Arbeitnehmerin arbeiten und irgendwann später, wenn du wieder die Voraussetzungen erfüllst (Vollzeitimmatrikulation, regelmäßige Arbeitszeit höchstens 20h/Woche) als Werkstudentin angemeldet werden.
    Wenn du irgendwann wieder nur studierst bzw. neben dem Studium so wenig arbeitest, dass du innerhalb der Einkommensgrenzen der Familienversicherung verdienst, kannst du wieder zurück in die Familienversicherung wechseln. Ab deinem 25. Geburtstag müsstest du dich allerdings auch dann selbst studentisch krankenversichern.

    Was auf dich an SV-Beiträgen im Teilzeitjob im Vergleich zu einem Job als "ordentliche Studentin" zukommt, ist aber gar nicht so schlimm, wie manche denken. Im Werkstudent_innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin an die 110€/Monat) tragen.
    Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen keine weiteren Kosten für die Krankenversicherung (KV) an. Du bist dann über den Job nicht nur renten-, sondern auch kranken-, pflege- und arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudentin / "ordentliche Studentin". Außerdem erwirbst du als voll sv-pflichtuige Arbeitnehmerin Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I), auf die Werkstudent_innen keinen Anspruch haben.

    Beachte: das alles gilt nur für die Sozialversicherung in  Deutschland. Solltest du einen Job im Ausland annehmen, gelten für die SV-Abgaben aufs Gehalt ggf. die dortigen Regelungen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 29.03.2021


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