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Werkstudententätigkeit

Hallo, ich studiere aktuell noch (ordentlich eingeschriebener Student) und arbeite nebenbei als Werkstudent. Mir wurde auch gesagt, dass die Firma die Stunden nicht auf die Woche gerechnet nimmt, weil das mit der unregelmäßigen ARbeitszeit nicht geht und es nur auf den Monat gerechnet stimmen muss. Hier vertraue ich der Firma eigentlich mal.

Allerdings habe ich jetzt im Januar (abrechnung HEUTE(!) erhalten) eine Stunde als Fahrkosten angerechnet bekommen und bin jetzt bei 80,22 anstatt den 80 Stunden. wErden Fahrtkosten anders behandelt? Mir wurde nämlich gesagt, ich bekomme erst welche ab Februar und jetzt auf einmal doch schon ab Ende Januar.. jetzt habe ich da etwas "Angst"

und falls das nicht stimmt was der ARbeitgeber mir da gesagt hat, wer haftet dann für die fehlenden BEträge? Oder wird das einfach nur künftig geändert und der Monat zuvor "Passt einfach"?

Lia: 20.02.2021 |
  • RE: Werkstudententätigkeit

    Hallo Lia,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.
    Du musst nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden.

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort im Job. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudentin oder als voll sv-pflichtige Arbeitnehmerin angemeldet. Für deine korrekte Anmeldung sind deine Arbeitgeber_innen zuständig. Die entscheiden auch, ob der Werkstudent_innenstatus (ggf. noch) greift.
    Solange du deinen Informations- und Meldepflichten immer nachkommst, hast du nichts zu befürchten. Dann "haftet" dein_e Arbeitgeber_in für eine eventuelle Falschanmeldung.

    Aber die Krankenkasse sagt höchstens bei Unstimmigkeiten was. Und da auf der monatlichen Abrechnung ja nur die Monatsstunden draufstehen, also auch nur die gemeldet werden, passt das schon, wenn dein_e Arbeitgeber_in bei flexibler Arbeitszeit das so handhabt.
    Übrigens: Der Monat hat mehr als 4 Wochen, rechnerisch 4,3. Eine 20h-Woche entspricht also ungefähr 86h/Monat. Zudem gibt es noch Ausnahmen.
    Und selbst wenn deine regelmäßge Arbeitszeit auf über 20h/Woche steigen sollte, ist das nichts schlimmes. Du musst dann nur voll sozialversicherungspflichtig angemeldet werden.

    Der Unterschied:
    Im Werkstudent_innenstatus fallen aufs Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und man muss selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 110€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt (ggf. als Midijob), dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV an. Du wärst dann über den Job nicht nur renten-, sondern zudem auch kranken-, pflege- und arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudentin!
    Außerdem können so Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I) erworben werden, auf die Werkstudent_innen sonst keinen Anspruch haben.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 22.02.2021


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