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Vergütung von einer ehrenamtlichen Vereinbarung und Honorar

Hallo liebes Team, 

ich bin BAföG Emfängerin und meine Frage wäre: ob ich als Studentin sowohl über einen Honorarvertrag als auch über eine ehrenamtliche Vereinbarung bei einem anderen Träger Geld verdienen darf. 

Ich habe jetzt die Möglichkeit beides gleichzeitig für zwei Monate auszuüben. Aber ich bin unsicher, ob ich von beiden Vergütungsarten verdienen darf und wie viel. 

Ich weiß, dass ich von Honoraren eine bestimmte Summe jährlich verdienen kann und auch über ehrenamtliche Tätigkeiten. Aber werden die beiden Arten in meinem Fall zusammengerechnet? 

Können Sie mich bitte beraten! 

Bara: 19.02.2021 |
  • RE: Vergütung von einer ehrenamtlichen Vereinbarung und Honorar

    Hallo Bara,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Beim BAföG gibt es einen Einkommensfreibetrag in Höhe von 290€/Monat. Ausschlagegebnd ist dein Einkommen im gesamten Bewilligungszeitraum (üblicherweise ein Jahr), so dass du in manchen Monaten auch mehr verdienen kannst, ohne dass es zu Abzügen kommt, wenn du dafür in anderen Monaten weniger verdienst.
    Dein Einkommen wird beim BAföG dann auch noch um eine Sozialpauschale in Höhe von 21,3% und bei abhängiger Beschäftigung noch um die Werbungskostenpauschale (1000€/Jahr) bereinigt. So kannst du in abhängiger Beschäftigung bis zu 5400€/Jahr ohne BAföG-Abzüge verdienen. Bei der Selbstständigkeit greift die Werbungskostenpauschale nicht, dafür kannst du dort dein Honorar um die für den Job notwendigen Ausgaben bereinigen (Gewinnermittlung). Dein Gewinn kann dann ungefähr 4400€/Jahr betragen, ohne dass es zu Abzügen kommt.

    Wie die ehrenamtliche Tätigkeit eingerechnet wird, hängt davon ab, ob sie formal selbstständig, also auf Honorarbaissi ausgeübt wird oder formal in abhängiger Beschäftigung.

    Je nach Art der Tätigkeit und je nach Träger, kannst du dann eventuell auch noch die Ehrenamts- oder Übungsleiter_innenpauschale geltend machen. Einkünfte, die da hinein fallen, sind zusätzlich zum Steuerfreibetrag steuerfrei UND werden auch beim BAföG nicht angerechnet.

    Solltest du mehr verdienen: Was nach Abzug der Pauschalen übrig bleibt und über die 290€/Monat geht, vermindert deinen BAföG-Auszahlbetrag. Das BAföG fällt dann also nicht weg, sondern vermindert sich nur entsprechend (und damit aber auch deine Schulden).

    Mehr dazu hier.

    Beachte auch die Einkommensgrenze in der gesetzlichen Familienversicherung in Höhe von 470€/Monat Verdienst du mehr, musst du dich selbst studentisch kranken- und pflegeversichern (um die 100€/Monat).

    Ausführlicheres zum Thema Selbstständigkeit und Honorar findest du hier sowie in unserer Broschüre Selbstständigkeit und Studium.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich  gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 22.02.2021


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