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Frage zur 20-Stunden-Regelung

Ich habe eine Frage bezüglich der 20-Stunden-Regelung bei Studierenden.

Neben meinem Studium arbeite ich in einem Unternehmen als Werkstudentin 10 Stunden pro Woche und somit 43,5h pro Monat. Der Verdienst liegt über den 450€.
Nun fange ich im Mai meine Masterarbeit beim Fraunhofer Institut an. Dort werde ich als wissenschaftliche Hilfskraft mit Gelegenheit zur Erstellung der Masterarbeit in der Zeit vom 01.05.2021 bis 31.10.2021 mit 47h pro Monat angestellt.
Den Werksudentenvertrag werde ich nach Absprache mit beiden Arbeitgebern auch während dieser Zeit behalten.
Somit überschreite ich während dieser Zeit mit den 50,5h/Monat die 20h/Woche-Grenze. Ich werde somit sozialversicherungspflichtig bei beiden Arbeitgebern ist dies korrekt?
Zudem meine Frage, inwiefern dies einen Einfluss auf mein Studium hat. Könnte die Universität mich exmatrikulieren?

Vielen Dank im Voraus.

m_d_studi: 19.02.2021 |
  • RE: Frage zur 20-Stunden-Regelung

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Student_in darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss!

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort im Job. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudent_in oder als voll sv-pflichtige_r Arbeitnehmer_in angemeldet.
    Exmatrikuliert werden kannst du wegen deines Sozialversicherungsstatus grundsätzlich nicht.

    Außerdem: Bist du als Masterand_in ausschließlich zur Erstellung deiner Abschlussarbeit in einem Unternehmen und erbringst keine direkt verwertbare Arbeitsleistung, zählt die Zeit, die du dort verbringst nicht als Arbeitszeit, sondern als Zeit für dein Studium (ähnlich wie bei Pflichtpraktika) und damit nicht in die 20h-Regel mithinein.

    Es gibt in der SV auch einen speziellen Status für Masterand_innen. Erhälst du eine Vergütung, ist diese grundsätzlich sozialversicherungsfrei. Unter dem Link findest du einen Mustervertrag und mehr zu den strengen Kriterien für Masterand_innen.

    Wenn du nebenbei noch als Werkstudent_in in einem anderen Betrieb tätig bist, ist das in der Regel kein Problem.

    Sollten bei der Erstellung deiner Masterarbeit nicht die Kriterien für ein Masterand_innenverhältnis erfüllst sein, kann es aber dennoch sein, dass der Werkstudent_innenstatus erhalten bleibt.
    Von der 20h-Regel gibt es nämlich auch noch Ausnahmen, nach denen du mehr als 20h/Woche arbeiten kannst, ohne dass sich dein SV-Status von Werkstudent_in auf voll sv-pflichtige_r Arbeitnehmer_in verändert. Dies ist z.B. der Fall, wenn durch befristete Beschäftigungen oder Arbeitszeiterhöhungen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr aufs Wochenende, abends/nachts oder die Semesterferien fällt.

    Nur wenn keine Ausnahme greift und deine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit damit insgesamt bei über 20h/Woche liegt, wirst du voll sv-pflichtig - vermutlich in beiden Jobs, außer du verdienst in dem zweiten nicht mehr als 450€/Monat, dann gilt das nur für den ersten.

    Das ist aber gar nicht so schlimm, wie manche denken.
    Der Unterschied:
    Im Werkstudent_innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 100€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV an. Du bist dann über den Job bzw. die Jobs nicht nur renten-, sondern auch kranken-, pflege- und arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudent_in. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I), auf die Werkstudent_innen sonst keinen Anspruch haben.

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich bei deiner Mitgliedsgewerkschaft beraten lassen oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook!
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    dgb-jugend: 19.02.2021


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