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mehrere Jobs im Studium

Guten Tag,

ich übe aktuell einen Minijob mit regulär 5 Stunden pro Woche aus (unter 450€) und habe ein für drei Monate befristetes Jobangebot mit 21 Stunden erhalten (über 450€).

Kann ich beide Jobs annehmen, ohne meinen Studentenstatus bei der Sozialversicherung zu verlieren?

Werden Überstunden auf die Wochenarbeitszeit angerechnet?

Welche Folgen hat die dann hohe Stundenzahl (26 Stunden) arbeits- und versicherungsrechtlich?

Muss ich den zweiten Job dann nach drei Monaten auslaufen lassen auch wenn mir eine Verlängerung angeboten wird?

Vielen Dank für eure Antworten

Till

Till: 18.02.2021 |
  • RE: mehrere Jobs im Studium

    Hallo Till,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Da sowohl dein Minijob als auch der auf 3 Monate befristete Job (kurzfristige Beschäftigung) geringfügige Beschäftigungen sind, die aufgrund ihrer Geringfügigkeit grundsätzlich sozialversicheruingsfrei sind (im Minijob bis auf 3,6% Rentenversicherung mit Befreiungsmöglichkeit), spielt die 20h-Regel hier keine Rolle. Diese ist nur relevant, wenn du einen (oder mehrere) Job(s) hast, der nicht geringfügig ist ( = nicht kurzfristig, Gehalt über 450€/Monat).

    Du kannst also problemlos beide Jobs miteinander kombinieren, eventuelle Überstunden sind problemlos möglich - außer ggf. beim Minijob, wenn du dadurch auf ein regelmäßges Einkommen von über 450€/Monat kommst. Unvorhergesehene Überschreitungen in bis zu drei Monaten im Jahr sind aber möglich.

    Wenn dir bei der kurzfristigen Beschäftigung eine Verlängerung angeboten wird und du diese annehmen möchtest, beachte, dass es sich dann ab dem Zeitpunkt, wo klar ist, dass die drei Monate überschritten werden, nicht mehr um eine kurzfristige Beschäftigung handelt - auch, wenn ihr euch bereits nach einem Monat auf eine Verlängerung einigen solltet. Dann wären bereits die eigentlich verbleibenden 2 Monate schon sozialversicherungspflichtig.
    Wenn ihr euch aber erst mit Ablauf der 3 Monate auf eine Verlängerung einigt, entfällt der Status als kurzfristig Beschäftigter erst mit Beginn der Verlängerung.
    Dann kann es sein, dass du ab diesem Zeitpunkt voll sozialversicherungspflichtig wirst, wenn du insgesamt mehr als 20h/Woche arbeitest. Ausnahmen, nach denen du mehr als 20h/Woche arbeiten kannst, ohne voll sozialversicherungspflichtig zu werden, sind möglich, wenn durch befristete Beschäftigungen/Arbeitszeiterhöhungen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr aufs Wochenende, abends/nachts oder die Semesterferien fällt. Greift eine der Ausnahmeregelungen, wrst du als Werkstudent angemeldet.

    Ansonsten ist eine volle SV-Pflicht aber gar nicht so schlimm, wie manche denken. Im Werkstudent_innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 100€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV an. Du bist dann über den Job renten-, kranken-, pflege-und zudem auch arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudent_in. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I), auf die Werkstudent_innen sonst keinen Anspruch haben.

    Der 450€-Minijob bleibt auch in der Kombi weiterhin aufgrund seioner Geringfügigkeit sozialversicherungsfrei (bis auf 3,6% RV).

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort direkt beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 19.02.2021


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