Deutscher Gewerkschaftsbund

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Job auf Honorarbasis

Liebes Team,

ich habe eine Frage zum Thema arbeiten als Honorarkraft.
Erstmal ein paar Information worum es sich handelt:
- Honorartätigkeit im pädagogischen Bereich

- es wird ein neuer Honorarvertrag für jede "Unterrichtsstunde" ausgestellt

- ich bekomme Bafög, habe aber ansonsten keine weitere Anstellung

Nun zu meinen Fragen:

- Wie viel kann ich dazu verdienen eh das Einkommen eine Auswirkung auf das Bafög hat?
- ich habe häufig von diesem "Rechnung selbst schreiben" gelesen, wie kann man das verstehen?
- muss ich mich beim Finanzamt anmelden?

- macht es einen Unterschied, dass immer ein neuer Honorarvertrag ausgestellt wird?

Svenja Hahah: 17.02.2021 |
  • RE: Job auf Honorarbasis

    Hallo Svenja,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wenn du auf Honorarbasis arbeitest und Rechnungen schreibst, bist du selbstständig tätig. Jeder einzelne Honorarvertrag ist dann ein neuer Auftrag - den du annehmen oder ablehnen kannst. Das ist nicht unüblich, du musst dann nur gut auf deinen Papierkram achten und alle Verträge und Rechnungen sammeln. Doch erstmal ein paar allgemeine Infos zum Thema Selbstständigkeit:

    Wenn du selbstständig tätig bist, bist du quasi deine eigene Chefin und dementsprechend auch selbst für deine korrekte Anmeldung beim Finanzamt und der Sozialversicherung zuständig. Auch für das Abführen von Steuern und SV-Beiträgen bist du dann selbst verantwortlich (Stichwort Steuererklärung).

    Solange du als nebenberuflich selbstständig eingestuft wirst, kannst du - je nach Einkommenshöhe - familienversichert bleiben oder dich studentisch krankenversichern (um die 100€/Monat). Die Einkommensgrenze in der gesetzlichen Familienversicherung beträgt 470€/Monat. Bei selbstständiger Tätigkeit ist dein Gewinn (Einnahmen minus Betriebsausgaben) relevant. Verdienst du mehr, musst du dich selbst studentisch krankenversichern.
    Als selbstständig tätige Lehrkraft wirst du dann ggf. auch rentenversicherungspflichtig wirst. Hier fallen 18,6% auf dein Honorar an.
    Solange dein Gewinn aber nicht mehr als 450€/Monat beträgt, fallen noch keine Rentenversicherungsbeiträge an und auch die Familienversicherung ist dann kein Problem. Man spricht dann von geringfügiger Selbstständigkeit.

    Beim BAföG gibt es einen Einkommensfreibetrag in Höhe von 290€/Monat. Dein Einkommen wird hier aber auch noch um eine Sozialpauschale in Höhe von 21,3% bereinigt. So kannst du ibei selbstständiger Tätigkeit um die 4400€/Jahr ohne BAföG-Abzüge verdienen. Das sind 1000€ weniger als bei abhängiger Beschäftigung, da bei der Selbstständigkeit die Werbungskostenpauschale nicht greift, dafür kannst du dort dein Honorar um die für den Job notwendigen Ausgaben bereinigen (Gewinnermittlung).
    Was dann übrig bleibt und über die 290€/Monat geht, vermindert deinen BAföG-Auszahlbetrag.

    Beachte auch, dass für Selbstständige die üblichen Arbeitnehmer_innenrechte wie Kündigungsschutz, Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall oder bezahlten Urlaub nicht gelten. Auch für deine soziale Absicherung (z.B. bei Auftragsflaute) bist du dann selbst verantwortlich. Und du musst dich um deinen Papierkram kümmern, wie Rechnungen sammeln, Ausgaben dokumentieren, ggf. vor- und nachbereiten etc. (auch das ist Arbeitszeit, die du berücksichtigen solltest!). Deshalb empfehlen wir, bei Honorarverhandlungen für selbstständige Tätigkeiten mind. das Doppelte dessen zu veranschlagen, was du in einer vergleichbaren Angestelltentätigkeit für einen angemessenen Stundenlohn hältst.

    Ausführlicheres zum Thema Selbstständigkeit findest du hier sowie in unserer Broschüre Selbstständigkeit und Studium.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 18.02.2021


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