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Arbeiten neben dem Studium

Hallo,

ich habe eine Frage: ich bin Studentin im 1. Semester, da es mir mein Stundenplan ermöglicht, arbeite ich jeden Freitag. Für die Tage, an denen ich arbeite erhalte ich einen Tagesvertrag und bin für diesen Tag Vollzeit angestellt. An den Freitagen arbeite ich in der Regel zwischen 8 und 10 Stunden. Da ich nach Stunden bezahlt werde habe ich im letzten Monat (Abrechnung immer Mitte des Monats) mehr als 500€ verdient, was aber auch noch mit dem Vormonat verrechnet wird. Eigentlich darf ein Student ja nicht mehr als 450€ pro Monat verdienen, allerdings habe ich auch nachgelesen dass das egal ist wenn man nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet? Ist das jetzt nun ok, so wie das bei mir der Fall ist oder muss ich etwas anders machen?

Zu diesem Thema hätte ich noch eine nächste Frage: in meinen Semesterferien würde ich gerne Vollzeit arbeiten, ich habe nachgelesen, dass man als Student im Jahr nicht mehr als 8.820€ verdienen darf, stimmt das und zählt die Arbeit in den Semesterferien auch dazu? Und generell sollte es möglich sein, dass ich in den Semesterferien auch mehr als 450€ verdienen darf, habe ich das richtig verstanden?

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort

Mit freundlichen Grüßen 

Julia

Julia : 14.01.2021 |
  • RE: Arbeiten neben dem Studium

    Hallo Julia,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Das stimmt so alles nicht, du darfst auch als Studentin so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Je nachdem, wieviel du arbeitest und verdienst, hat das lediglich unterschiedliche Auswirkungen innerhalb der Sozialversicherung.
    Dabei gibt es unterschiedliche Regelungen zu beachten.

    450€-Grenze: Diese ist relevant bei der Frage, ob es sich um eine geringfügige Beschäftigung/Minijob handelt oder um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (ggf. im Werkstudent_innenstatus).
    450€-Minijobs sind bis auf 3,6% Rentenversicherung (RV) grundsätzlich sozialversicherungsfrei - egal ob du studierst oder nicht.

    Werkstudent_innenstatus: Hier geht es darum, wie du in Jobs mit über 450€/Monat angemeldet werden musst und welche Sozialversicherungsbeiträge anfallen. Verdienst du mehr als 450€/Monat, arbeitest aber regelmäßig nicht mehr als 20h/Woche, wirst du als Werkstudentin angemeldet. Ausnahmen sind in der vorlesungsfreien Zeit und unter bestimmten Umständen bei Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit möglich. In den Semesterferien kannst du also so viel arbeiten wie du möchtest, ohne dass das Einfluss auf deinen Status als Werkstudentin hat.
    Im Werkstudent_innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% RV an und du bist entweder familien- oder studentisch krankenversichert.

    Krankenversicherung: Die Einkommensgrenze in der gesetzlichen Familienversicherung beträgt 470€/Monat (das entspricht ca. 553€/Monat brutto) ODER 450€/Minijob. Verdienst du mehr, musst du dich selbst studentisch kranken- und pflegeversichern (um die 100€/Monat).

    Dann gibt es noch die sogenannte kurzfristige Beschäftigung. Diese ist neben dem 450€-Minijob eine weitere Form der geringfügigen Beschäftigung. Anhand deiner Angaben bin ich unsicher, ob das bei dir zutreffen könnte. Was du beschreibst (Tagesvertrag), deutet aber darauf hindeuten, dass es sich um eine kurzfristige Beschäftigung handeln könnte.
    Vielleicht hast du ja sowas wie einen Rahmenvertrag, der auf 3 Monate oder höchstens 70 Tage im Jahr befristet ist.
    Sollte dein Job eine kurzfristige Beschäftigung sein, ist das Gehalt daraus aufgrund der Geringfügigkeit komplett sozialversicherungsfrei - egal wie hoch es ist. Auch die 20h-Regel spielt dann keine Rolle. Und bei der Familienversicherung wird es nicht als Einkommen angerechnet.

    Zum Schluss noch ein Hinweis zu der von die genannten Zahl 8820€: Das ist der ehemalige Steuerfreibetrag von 2017. Hier geht es lediglich darum, ab wann ggf. Einkommenssteuer fällig wird. Im Bereich Steuern spielen weder der Studierendenstatus noch die 20h-Regel eine Rolle. Ausschlaggebend ist, wieviel du verdienst. Du kannst also auch als Studentin problemlos mehr verdienen.
    Der Steuergrundfreibetrag beträgt mittlerweile übringens 9744€/Jahr (plus 1000€ Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung). Erst wenn du mehr verdienst, wird Einkommenssteuer fällig - und auch nur auf den Betrag, der deinen Freibetrag (plus ggf. Vorsorgeaufwendungen, Sonderausgaben oder höhere Werbungskosten) übersteigt.
    So ist es nicht ungewöhnlich, auch bei einem Bruttoeinkommen von 12.000 oder 13.000€ im Jahr noch keine Einkommenssteuer zahlen zu müssen.Ausführlicheres zum Thema Steuern findest du hier.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 14.01.2021


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