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Sozialabgaben bei Teilzeitjob über 850€

Hallo liebes Team,
ich fange jetzt einen Teilzeitjob an, bei dem ich 19 Stunden die Woche arbeite und der mit 12 Euro die Stunde vergütet wird. Das würde bedeuten ich verdiene mehr als 850 Euro, aber komme nicht über die 20 Stundenregel. Ich wollte jetzt fragen, ob ich dann immer noch als Student gesehen werde und ob mich die Sozialabgaben betreffen. 
LG, Elly

Elly: 13.01.2021 |
  • RE: Sozialabgaben bei Teilzeitjob über 850€

    Hallo Elly,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status als Studentin innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss!
    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung, je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung (SV) angemeldet werden.

    Dabei wird die sogenannte 20h-Regel als Orientierungsgrenze innerhalb der SV zur Ermittlung deines Status dort im Job herangezogen. Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige Arbeitszeit und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest, wirst du dann entweder als Werkstudentin oder als voll sv-pflichtige Arbeitnehmerin angemeldet. Wie hoch dein Gehalt ist, spielt hier keine Rolle.

    Der Unterschied:
    Im Werkstudent_innenstatus fallen aufs Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und man muss selbst die Kosten für die Krankenversicherung (KV) tragen. Die gesetzliche Familienversicherung kommt nur bis zur Einkommensgrenze in Höhe von 470€/Monat (das entspricht ca. 553€/Monat brutto) infrage. Wer mehr verdienst, muss sich selbst studentisch kranken- und pflegeversichern (um die 100€/Monat).
    Bei voller SV-Pflicht sind es anstatt nur RV insgesamt knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV an. Man ist dann über den Job renten-, kranken-, pflege- und zudem auch arbeitslosenversichert.

    Die Zahl 850 hast du vermutlich wegen der ehemaligen Gleitzonenregelung im Hinterkopf. Die gibt es nicht mehr, stattdessen wurde 2019 der sogenannte Übergangsbereich eingeführt.
    Bei den Regelungen zum Übergangsbereich geht es darum, dass innerhalb einer bestimmten Einkommensspanne (450,01 – 1.300€/Monat) SV-Beiträge anhand einer Formel für die Arbeitnehmer_innenseite günstiger berechnet werden. In dieser Formel reduziert ein Faktor die Höhe des Arbeitsentgelts als Grundlage für die Beitragsberechnung. Das gilt für Werkstudent_innen (hier nur für die Berechnung der Rentenversicherungsbeiträge) ebenso wie für voll sv-pflichtig Beschäftigte (hier dann auch für die KV-Beiträge). Jobs im Übergangsbereich werden Midijobs genannt.

    Du wirst also mit deinem neuen Job einem Midijob (Gehalt zwischen 450,01 – 1.300€/Monat) im Werkstudent_innenstatus (wöchentliche Arbeitszeit <20h) nachgehen :-)

    Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort direkt beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 14.01.2021


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