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Jobkombination

Hallo, aktuell habe ich einen Minijob in einem Fitnesstudio, welchen ich Coronabedingt nicht ausführen kann und ich entsprechend kein Einkommen habe. Da derzeit niemand weiß wie lange der Lockdown noch anhält, wollte ich mir in einem Supermarkt eine kurzfristige Beschäftigung suchen. Jetzt habe ich hier schon einige Beiträge gelesen, dennoch eine Verstänisfrage meinerseits.

Bei einem Minijob in Kombi mit einer kurzfristigen Beschäftigung, kann ich ihm Rahmen der kurzfristigen Beschäftigung so viel arbeiten und so viel verdienen wie ich möchte und das ohne Beachtung der 20-Stundenregel und ohne Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen. Ist das so korrekt? Vielen Dank für Eure Antwort.

Susan: 11.01.2021 |
  • RE: Jobkombination

    Hallo Susan,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Die kurzfristige Beschäftigung ist, ebenso wie auch der 450€-Minijob, aufgrund von Geringfügigkeit grundsätzlich sozialversicherungsfrei - egal wie hoch dein Einkommen daraus ist. Deshalb spielt in dem Fall auch die 20h-Regel nur eine untergeordnete Rolle - zumindest so lange, wie du ausschließlich geringfügig beschäftigt bist.
    Auch bei der gesetzlichen Familienversicherung wird Einkommen aus kurzfristiger Beschäftigung nicht mit eingerechnet.
    Nur das mit dem "so viel arbeiten wie ich möchte" ist nicht ganz korrekt. Um als kurzfristige Beschäftigung angemeldet werden zu können, muss der Job von vornherein auf maximal 3 Monate oder 70 Tage im Jahr befristet sein. Mehrere kurzfristige Beschäftigungen werden addiert.
    Auch dürfen kurzfristige Beschäftigungen nicht berufsmäßig und auf Dauer ausgeübt werden. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn du ein ganzes Jahr lang (und darüber hinaus) jede Woche einen Tag arbeitest. Im Jahr wären es zwar dennoch weniger als 70 Tage (da das Jahr nur 52 Wochen hat), der Job müsste dann aber trotzdem als ganz regulärer Teilzeitjob, ggf. im Werkstudent_innenstatus angemeldet werden.

    Das hat sich jetzt alles auf den Bereich Sozialversicherung bezogen. Beachte aber auch den Bereich Steuern:
    Hier ist relevant, wie viel du verdienst und auch, wie dein 450€-Minijob versteuert wird. In der Regel werden 450€-Minijobs pauschal mit 2% versteuert. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi noch obendrauf dazuverdient werden.
    Wird dein Minijob allerdings über deine Steuer-ID abgerechnet wird, musst du in der Kombi einen deiner Jobs über die ungünstige Lohnsteuerklasse 6 laufen lassen. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9744€/Jahr (plus 1000€ Werbungskostenpauschale) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe (ca. 1100€/Monat) im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
    Du kannst aber am Jahresende mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen.

    Ausführlicheres zum Thema Steuern findest du hier. Und was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 12.01.2021


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