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Werkstudent und Abschlussarbeit im gleichen Unternehmen

Hallo,

ich möchte gerne ab März meine Abschlussarbeit in einem Unternehmen schreiben in dem ich bereits als Werkstudent arbeite. Für die Abschlussarbeit bekomme ich wahrscheinlich einen gesonderten Vertrag mit einer geringeren Vergütung. Das wurde bei Masteranden bisher wohl immer so gemacht.

Eine Idee war es jetzt das zu splitten. Die HR Abteilung in der Firma war sich nicht sicher ob das funktionieren würde - aber es wäre denkbar.

Ist es möglich neben dem Vertrag für die Masterarbeit(20h) auch noch einen Vertrag als Werkstudent (20h) im gleichen Unternehmen zu haben? Die Aufgaben könnte man voneinander trennen und sie hätten nicht direkt etwas miteinander zu tun. 

Danke vorab und VG

MSch: 05.01.2021 |
  • RE: Werkstudent und Abschlussarbeit im gleichen Unternehmen

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Bist du als Masterand ausschließlich zur Erstellung deiner Abschlussarbeit im Unternehmen und erbringst keine direkt für den Betrieb verwertbare Arbeitsleistung, zählt die Zeit, die du dort verbringst nicht als Arbeitszeit, sondern als Zeit für dein Studium (ähnlich wie bei Pflichtpraktika) und damit nicht in die 20h-Regel mithinein.
    Dann greift innerhalb der Sozialversicherung auch ein spezieller Status für Masterand_innen. Erhälst du eine Vergütung, ist diese grundsätzlich sozialversicherungsfrei.

    Wenn du nebenbei noch als Werkstudent in einem anderen Betrieb tätig bist, ist das in der Regel kein Problem.

    Wenn du allerdings Werkstudent_innentätigkeit und Masterand_innenverhältnis im selben Unternehmen kombinierst, ist die Abgrenzung wesentlich schwieriger. Denkbar ist diese Kombination nur, wenn es sich wirklich um zwei völlig unterschiedliche Tätigkeiten (zeitlich und inhaltlich klar getrennt) handelt. Dass sie nicht direkt miteinander zu tun haben, könnte zu wenig sein... Hinzu kommt, dass die Sozialversicherungsträger bei zwei Verträgen im selben Unternehmen meist von einem einheitlichen Arbeitsverhältnis ausgehen und entsprechend zusammen verbeitragen. Dann würden auch auf die Vergütung aus dem Masterand_innenverhältnis Sozialversicherungsbeiträge anfallen (ggf. nur Rentenversicherung, wenn die inhaltliche und zeitliche Trennung so klar ist, dass der Werkstudent_innenstatus erhalten bleibt).

    Das alles heißt aber nicht, dass du deine Masterarbeit nicht in dem Unternehmen schreiben und dort zusätzlich 20h/Woche arbeiten kannst. Sollte die Trennung der beiden Verträge nicht klar genug sein, wäre das "Schlimmste", was passieren kann, dass die Verträge als ein Arbeitsverhältnis angesehen werden und der Werkstudent_innenstatus innerhalb der Sozialversicherung entfällt.
    Dann würden von deinem Gehalt nicht mehr nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV, 9,3%) eingezogen wie im Werkstudent_innenstatus, sondern auch Beiträge in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV, insgesamt knapp 20%). Dafür müsstetst du dich aber nicht mehr selbst krankenversichern (sparst also die studentische KV/PV in Höhe von mittlerweile immerhin um die 110€/Monat).

    Je nach Einkommenshöhe ist eine volle Sozialversicherungspflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudent. Außerdem erwirbst du so Ansprüche auf Leistungen aus dem Sozialversicherungssystem (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I).

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 07.01.2021


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