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2. Nebenjob

Hallo!

Mein Name ist Lea, 24 Jahre und im 7. Semester.

Ich arbeite bereits seit 5 Semestern als Studentische Hilfskraft in einer Klinik im Nachtdienst. Ich bekomme jeden Monat individuell auf meine Anzahl an Schichten mein Gehalt, allerdings nie über 450€.

Jetzt werde ich demnächst 25 und muss mich sowieso selber versichern (bin zur Zeit noch familienversichert). Deshalb würde ich gerne für ein paar Monate einen Minijob in einem Corona-Labor annehmen, da ich helfen möchte. Auch in dem Job würde ich monatlich nicht über 450€ kommen.

Bezüglich der Krankenversicherung wäre ich eigentlich sicher, da ich auf keinen Fall mehr als 20h die Woche (und davon sogar 11h nachts) arbeiten würde. Richtig?

Jetzt bin ich mir allerdings mit den Steuern unsicher, da ich ja in beiden Jobs kein "festes" Gehalt bekomme. 
Eine Freundin meinte, dass mir dann alles über 450€ fast komplett versteuert werden würden, ich mir das aber am Ende fast komplett durch die Steuererklärung zurück holen könnte. Das wäre in Ordnung für mich.

Meine eigentliche Frage: Wie/Wo muss ich die Jobs anmelden? Funktioniert das mit der Steuererklärung, sodass ich am Ende des Jahres beide Löhne hätte? Und dürfte ich am 14.1. bereits eingearbeitet werden, wenn ich am 15.1. 25 werde?

Vielen lieben Dank für die Hilfe und liebe Grüße!

Lea: 05.01.2021 |
  • RE: 2. Nebenjob

    Hallo Lea,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest.
    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung(en), je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung und beim Finanzamt angemeldet werden.
    Einer Einarbeitung ab dem 14.01. steht also nichts im Weg.

    Für deine korrekte Anmeldung sind übrigens deine Arbeitgeber_innen zuständig, du musst dich darum gar nicht kümmern. Lediglich um den Abschluss einer studentischen Krankenversicherung musst du dich selbst kümmern sowie ggf. eine Steuererklärung machen, um zu viel eingezogene Steuern zurückzubekommen (dazu weiter unten mehr).
    Damit dich deine Arbeitgeber_innen korrekt anmelden können, musst du aber beiden den jeweils anderen Job mitteilen.

    Damit auch du Beschied weißt, was dann passiert:
    Wenn du in beiden Jobs nicht mehr als jeweils 450€/Monat verdienst, handelt es sich bei beiden um geringfügige Beschäftigungen/Minijobs. Diese werden in der Sozialversicherung (SV) zusammengerechnet. Kommst du dann insgesamt auf über 450€/Monat, entfällt der Minijobstatus für beide Jobs.
    Solange du mit beiden Jobs zusammen insgesamt nicht mehr als 20h/Woche arbeitest, wirst du in beiden als Werkstudentin angemeldet. Dann fallen auf beide Gehälter je 9,3% Rentenversicherungsbeiträge an. Und keine Sorge, für deine Arbeitgeber_innen ist das sogar günstiger als dich als Minijobberin anzumelden.

    Zudem müssen in der Kombi auch beide Jobs über deine Steuer-ID abgerechnet werden, so dass du einen davon über die ungünstige Lohnsteuerklasse 6 laufen lassen musst. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs über deine Steuer-ID hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9744€/Jahr (plus 1000€ Werbungskostenpauschale) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
    Du kannst aber am Jahresende mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen.

    In der Steuererklärung kannst du dann ggf. auch noch Vorsorgeaufwendungen, Sonderausgaben oder höhere Werbungskosten geltend machen, so dass es durchaus nicht ungewöhnlich ist, auch bei einem Gesamtbruttoeinkommen von 12.000€ im Jahr noch keine Einkommenssteuer zahlen zu müssen.

    Ausführlicheres zum Thema Steuern findest du hier. Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 05.01.2021


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