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Wiedererlangen des Werkstudentenstatus

Hallo,

ich bin seit August 2020 als Werkstudent tätig.

In der vorlesungsfreien Zeit von August bis Oktober habe ich 2x die 20h-Grenze überschritten, aber wurde ganz normal als Werkstudent abgerechnet.

Im November habe ich dann leider in allen 4 Wochen diese Grenze, um ein paar Minuten o. auch 1-2h, überschritten. Da ab diesem Monat die Vorlesungen wieder losgingen, wurde ich nun für diesen Monat sv-pflichtig abgerechnet. 

Für den Monat Dezember habe ich dann diese 20h-Grenze in allen Wochen wieder deutlich eingehalten.

Soweit ich weiß, muss man eigentlich nur für den Zeitraum sv-pflichtig angemeldet werden, bei der die 20h-Grenze regelmäßig überschritten wurde, sodass ich für Dezember wieder als Werkstudent angemeldet werden müsste.

Dieses habe ich meiner Personalabteilung auch so mitgeteilt, die sich hier leider etwas quer stellt. Nach der Meinung der Personalabteilung darf ich die 20h in der Vorlesungszeit nur einmal im Jahr überschreiten, sodass ich dann eine Verwarnung bekommen würde, die ich aber leider nicht bekommen habe, und nach der 2. Überschreitung würde ich dann fortlaufend sv-pflichtig abgerechnet werden.

Zur Beschreibung meiner Lage möchte ich noch ergänzen, dass ich einen unbefristeten Vertrag habe, der eine max. Arbeitszeit von 20h in der Vorlesungszeit vorsieht. Sowie ich das verstehe, fällt damit auch das Argument weg, dass eine regelmäßige Überschreitung (jetzt im Vornherein) in der Zukunft schon absehbar wäre. 

Gibt es wegen Corona oder einem Online-Semester vielleicht sogar noch Sonderregelungen, die ich zur Not auch für den November noch gelten machen könnte?

Wäre eine Ummeldung zum Werkstudenten möglich? 

Wann überschreitet man die 20h-Grenze nicht "regelmäßig"? Ist hier der monatlichen Durchschnittswert entscheidend?

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen!

Lasse: 04.01.2021 |
  • RE: Wiedererlangen des Werkstudentenstatus

    Hallo Lasse,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest, wirst du im Job entweder als Werkstudent oder als voll sv-pflichtiger Arbeitnehmer angemeldet. Ausnahmen von der 20h-Regel wegen Corona/Onlinesemester gibt es nicht.
    Diese 20h-Regel ist kein Gesetz, sondern basiert auf Rechtssprechnung und im Zweifel muss der konkrete Einzelfall geprüft werden. Zuständig dafür sind deine Arbeitgeber_innen.

    Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige Arbeitszeit (einzelne Spitzen spielen in der Regel keine Rolle) und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit.
    Was in dem Kontext "regelmäßig" heißt, ist nicht eindeutig definiert. Daher kann ich deine Frage leider nicht rechtssicher beantworten.

    Ausführlichere Infos findest du im Rundschreiben zur versicherungsrechtlichen Beurteilung beschäftigter Studierender. Wenn du der Ansicht bist, deine Arbeitgeber_innen haben dich falsch angemeldet, kannst du bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) ein Statusfeststellungsverfahren beantragen. Da wird dann dein Arbeitsverhältnis konkret geprüft. Entscheidet die DRV, dass du als Werkstudent anzumeoden bist, müssen sich deine Arbeitgeber_innen daran halten.

    Jedoch frage ich mich, warum du den Werkstudistatus unbedingt behalten möchtest. Eine volle SV-Pflicht ist nämlich gar nicht so schlimm, wie manche denken.
    Der Unterschied:
    Im Werkstudent_innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 110€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV an. Du bist dann über den Job nicht nur renten, sondern auch kranken- und arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudent! Außerdem erwirbst du so Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I), auf die Werkstudent_innen sonst keinen Anspruch haben.

    Auf deinen Studierendenstatus innerhalb der Uni hat das alles keinen Einfluss. Überlege dir also gut, ob es nicht vielleicht sogar sinnvoll für dich ist, voll sv-pflichtig angestellt zu sein.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 04.01.2021


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