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Werkstudent mit 24-Stunden-Diensten

Hallo, 

Ich studiere derzeit in Vollzeit im ersten Fachsemester und möchte nun eine Tätigkeit als Werkstudentin aufnehmen. Besonderheit bei meinem Arbeitgeber (Rettungsdienst) ist, dass wir 24-Stunden-Dienste mit 20 Stunden Arbeitszeit und 4 Stunden Bereitschaftszeit haben. Meine Frage wäre nun, ob damit die 20-Stunden-Regelung der Sozialversicherung weiterhin gegeben wäre oder ob ich dadurch meinen Status als Student verlieren könnte. 

Liebe Grüße! 

Jo: 17.11.2020 |
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  • RE: Werkstudent mit 24-Stunden-Diensten

    Hallo Jo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Studierendenstatus innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status innerhalb der SV. Je nachdem, ob du regelmäßig mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest, wirst du entweder als Werkstudentin oder voll sv-pflichtig als Arbeitnehmerin angemeldet.

    Von dieser 20h-Regel gibt es dann auch noch Ausnahmen, nach denen du mehr als 20h/Woche arbeiten kannst, ohne dass sich dein Status von Werkstudent auf Arbeitnehmer verändert. Dies ist z.B. der Fall, wenn durch befristete Beschäftigungen/Arbeitszeiterhöhungen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr aufs Wochenende, nachts oder die Semesterferien fällt.

    Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige Arbeitszeit (einzelne Spitzen spielen in der Regel keine Rolle) und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit. Wie das mit den 4h Bereitschaft pro Schicht geregelt wird, ob das in der Sozialversicherung überhaupt als Arbeitszeit im Sinne der 20h-Regel angesehen wird und fals ja, ob dann die Ausnahmeregelungen greifen, kann ich dir leider nicht sagen. Es geht hier aber wie gesagt auch nur um einen SV-Status im Job und nicht um deinen Studistatus an sich!

    Ansonsten ist eine volle SV-Pflicht nämlich gar nicht so schlimm, wie manche denken. Im Werkstudent_innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 100€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV. Du bist dann über den Job nicht nur renten-, sondern auch kranken-, pflege- und arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudentin. Außerdem würdest du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System erwerben (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I), auf die Werkstudent_innen sonst keinen Anspruch haben.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 20.11.2020


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